HA Server / Cluster



cyborgsnoopy

New Member
Hallo,

ich würde gerne mit 2 Servern (ohne weitere Storage) eine HA Lösung mit Serveradminpanel realisieren.

Es sollten folgende Dienste verfügbar sein: Webserver, DB-Server (MySQL), Mailserver, DNS.

Hat jemand eine gute Lösung bzw. einen Vorschlag dafür?

Habe mir gerade das Interworx Panel angesehen. Hat zwar ein Cluster Feature, jedoch wenn der ClusterManager weg ist (Server1) steht das Teil.

Danke für eure Vorschläge.

Gruß,
Snoopy
 
Sofern du zwei weitere NICs je Server verbauen und die Maschinen direkt verkabeln kannst: Ganz klassisch per DRBD?
 
DRBD ist aber nur Network File Storage. Dazu brauchst du noch heartbeat. heartbeat sorgt dafür, dass im Fehlerfall die Server IP von Server A auf Server B übergeben wird. Zudem müssen die Services natürlich auch den selben Datenbestand aufweisen. Bei MySQL muss man daher noch ein Master Master Replika Cluster aufbauen z.B. Mailserver, DNS und co. müssen natürlich auch so konfiguriert sein, dass diese auch den selben Datenstand im Fehlerfall haben.

Dazu darf das Rechenzentrum über keine IP -> MAC Bindung verfügen, sonst würde heartbeat nicht funktionieren. Mit 2 Servern ist das eine etwas knifflige Sache, aber durchaus möglich.

Schicker sind immer 3 Server mit Cluster Manager und die Services virtualisiert auf einer VM. Dann reicht auch ein DRBD :)

Zu beachten aber auch, DRBD ist sehr empfindlich bei Netzwerkproblemen, empfehlenswert wäre hier daher ein Corsslink zwischen den Cluster Nodes.
 
Hallo,
danke vorab. DRBD und Heartbeat ist mir klar. MySQL Master/Master ist mir auch klar. Werde dies mal testen. Welches Webserver Control Panel würdet ihr dann dazu empfehlen? (Interworx Panel habe ich mir angesehen, dies bietet einen Cluster Manager, jedoch wenn dieser eingeht funktioniert nichts mehr...)

Die Lösung mit 3 Servern ist mir jedoch unklar.
Ein Cluster Manager und 2 Nodes? Wenn der CM ausfällt funkt dann noch was? Die Virtualisierung sollte kein Problem darstellen, dh. die VM-Images sollten dann mittels DRBD-Share "gesynct" werden.
Was wäre als CM zu empfehlen...? Könntet ihr mir da noch auf die Sprünge helfen.

Danke!

LG
Snoopy
 
Hallo,

Promox schaut schon nicht schlecht aus.

Hier gibt es auch die Möglichkeit eines Two-Node High Availability Cluster.

Besser jedoch mit 3 nodes (gute Aufstellung: http://en.wikipedia.org/wiki/High-availability_cluster --> node configurations).

Scheinbar muss man bei einer 2-node configuration auf das "Fancing" grossen Augenmerk legen -> Dateninkonsistenz zwischen nodes (Sicherstellung, dass node wirklich down ist ??? mittels IPMI oder HP iLO....)

Ist Promox zuverlässig? LiveBackup wird laut Webseite unterstützt. Zuverlässig?

Welches Webserver Control Panel würdet ihr für eine "Two-Node High Availability Cluster" Lösung empfehlen? (kann mir im Moment leider nur zwei Server leisten ... ja, ich weiss ... HA kostet eben!)

Gibt es außer Promox noch Alternativen?

Promox ist kostenpflichtig für Windows - gibt´s sowas für Win auch Free?

Danke!

LG
Snoopy
 
Scheinbar muss man bei einer 2-node configuration auf das "Fancing" grossen Augenmerk legen -> Dateninkonsistenz zwischen nodes (Sicherstellung, dass node wirklich down ist ??? mittels IPMI oder HP iLO....)
Klar. Bei Active/Passive muss absolut sicher sein, dass der als tot erkannte Host nicht doch noch irgendwas tut (vor allem keine Daten schreibt). Denn dann kriegst du schnell Split-Brain-Situationen, und die sind eher schwierig wieder gerade zu biegen. Daher auch der Vorschlag mit drei Hosts, das hat einen Grund - schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Quorum_(Informatik)

Generell ist es beim Failover daher nicht unüblich, den toten Host komplett vom Strom zu trennen. Es gibt auch Steckdosen, die sich per Skript ansteuern lassen, um sowas zu realisieren. IPMI hast du ja selbst schon genannt.

Ist Promox zuverlässig?
Wenn man kein Kundeninterface (wo ich SolusVM gut finde) braucht, sprich für "sich selbst" virtualisiert, ist Proxmox meiner Meinung nach fast das Nonplusultra - bis auf ESXi, aber das hat auch noch mal andere Voraussetzungen.
 
Wenn man kein Kundeninterface (wo ich SolusVM gut finde) braucht, sprich für "sich selbst" virtualisiert, ist Proxmox meiner Meinung nach fast das Nonplusultra - bis auf ESXi, aber das hat auch noch mal andere Voraussetzungen.

Der Meinung bin ich auch. Wir setzen Proxmox bei unseren Kunden auch als HA Lösungen ein, bislang allerdings nur mit Management Maschine. Hier reicht ein kleiner Atomserver vollkommen. Wichtig wäre es aber, dass alle Server am selben Switch sind, denn wie gesagt NFS und DRBD sind nicht dankbar, wenn es kurzzeitig zu Paket Loss oder Problemen im Netzwerk kommt. Da helfen leider auch keine eigenen V-LANs.

Proxmox VE ist eigentlich immer schon kostenlos gewesen und baut auf Debian 7 auf in der aktuellen Version. Das ganze gibt es als fertiges Install ISO kostenlos zum Download mit allen notwendigen Backupfeatures. Das Backup hat manchmal ein paar Tücken, funktioniert aber meist tadellos. Wir realisieren es mit Hilfe eines internen SMB das als Ordner auf dem System gemounted wird. Eine recht elegante Lösung um Konfigurationsaufwand zu sparen :)
 
Hab mich damals ein bisschen in HA eingelesen. Unter anderem ist auch die Rede von STONITH. Wenn ein Node fehlerhaft ist, soll er am weiterarbeiten gegindert werden. Ist das mit Proxmox auch möglich und falls ja, braucht man dafür spezielle Hardware?
 
Hab mich damals ein bisschen in HA eingelesen. Unter anderem ist auch die Rede von STONITH. Wenn ein Node fehlerhaft ist, soll er am weiterarbeiten gegindert werden. Ist das mit Proxmox auch möglich und falls ja, braucht man dafür spezielle Hardware?


Das allgemeine Problem bei Clustern insbesondere bei DRBD ist, dass wenn DRBD den Verbund auflöst, natürlich beide Server nicht Synchron laufen. Das gleiche gilt auch für MySQL Master Master Replikationen und co. Damit kann es sein, dass im Fehlerfall ein massiver Datenverlust entsteht.
Ein guter Administrator überwacht immer die Konsistenz des RAID Verbundes und die darin vorhandenen Server. Dafür gibt es Monitoring Tools wie z.B. Nagios. Für die Überwachung unserer DRBD Filesysteme sowie die Überwachung der verschiedenen Systemdienste haben wir Nagios Scripte geschrieben. Das sollte aber auch mit anderen Monitoringtools problemlos möglich sein.

Eines gibt es aber immer zu beachten. Wir reden hier immer von Echtzeitspiegelungen. Ein Cluster ist genauso wie ein RAID KEIN Backup. Es dient nur zur Ausfallsicherheit. Werden Daten im DRBD gelöscht oder schreiben Festplatten/RAM/... korrupte Inodes in das DRBD kann dies natürlich den Datenbestand beschädigen oder gar unbrauchbar machen.
 
Fencing moechte man in einem Cluster eigentlich immer. Lieber ein toter Node als ein durchdrehender Node.

Imho ist Fencing + Redundante Kommunikationspfade wichtiger als Quorum. Gut gekonft kann man mit einem 2-Node Cluster sehr gut fahren.

Ein klassisches Setup waere Pacemaker als C(R)M und Corosync fuer die Clusterkommunikation. DRBD/GlusterFS/foo fuer repliziertes Storage falls benoetigt.

Warum brauchst du ein UI? Sofern die Grundlagen und die Administration des Clusters nicht sitzen, solltest du auf so etwas verzichten.

Als STONITH Device kannst du mittlerweile ziemlich viel hernehmen. Empfehlenswert sind PDUs. Viele Management-Karten (z.B. IBM RSA) kannst du ebenfalls als STONITH Device verwenden.
 
Ist doch das gleiche wie beim Webhosting. Die Leute fangen an mit Plesk zu Hosten und bei dem kleinsten Problem kommen sie nicht weiter, weil sie die Grundlagen nicht kennen.

Hatte nicht vor ein HA aufzusetzen. Wenn ich sowas machen würde, dann eh erstmal ohne GUI. Bei DRBD stört mich z.B. dass das komplette Device ohne jegliche Logik des FS gespiegelt wird. Mit GlusterFS hatte ich mich mal eine kurze Zeit auseinander gesetzt (ging um einen einfachen Sync auf mehr als 30 Servern, Rsync ist es dann geworden).

Das ein HA (High Availability) Backups nicht ersetzt, sollten diejenigen schon wissen, die sich damit beschäftigen. Aber es scheint ja auch der Irrglaube verbreitet zu sein, dass ein RAID Backups ersetzen würde.
 
OT:

Hatte nicht vor ein HA aufzusetzen. Wenn ich sowas machen würde, dann eh erstmal ohne GUI. Bei DRBD stört mich z.B. dass das komplette Device ohne jegliche Logik des FS gespiegelt wird. Mit GlusterFS hatte ich mich mal eine kurze Zeit auseinander gesetzt (ging um einen einfachen Sync auf mehr als 30 Servern, Rsync ist es dann geworden).

Das ist ja der Sinn von DRBD *scnr.
Bei 30 Kisten hast du mit DRBD in aktueller Version sowieso keine Chance, in v9 _soll_ man afaik bis auf 32 Nodes skalieren koennen.

GlusterFS tuts fuer diesen Zweck eigentlich recht gut, wenn man ruhig schlafen moechte will man Versionen >3.2 nehmen. Bei Rsync hast du halt das Problem, dass es so unautomagisch und unsexy ist. Wenns nur irgendwelche marginalen Files sind mag das ok sein, aber so wie man in Richtung Replikation gehen moechte/muss, wuerde ich GlusterFS schon vorziehen.

Ist doch das gleiche wie beim Webhosting. Die Leute fangen an mit Plesk zu Hosten und bei dem kleinsten Problem kommen sie nicht weiter, weil sie die Grundlagen nicht kennen.

+1
 
Hallo,

ich habe begonnen mich mit dem Promox Cluster zu beschäftigen.
Werde dann über meine Testszenarien berichten.

@knoppers:

>>Zitat von cyborgsnoopy Beitrag anzeigen
>>Promox ist kostenpflichtig für Windows - gibt´s sowas für Win auch Free?

>>Wo hast du das denn gelesen??? Und wieso für Windows?
>>Proxmox ist ein Unix System und auch Kostenlos! Es sei denn du besorgst >>dir eine Subscription für kleines Geld....

Sorry, da habe ich offensichtlich was verwechselt!


BG
Snoopy
 
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