Software-RAID mit TRIM auf SSDs unter Ubuntu



Ben.

Registered User
Hallo,

Ich setze gerade einen Ubuntu 12.04 LTS Server auf und suche nun nach einer Lösung, um TRIM für die SSDs zu aktivieren, die im RAID 1 betrieben werden sollen.

Ich habe ein Software-RAID mit "mdadm" erstellt, aber das kann kein TRIM. Welche Optionen habe ich?

Danke für Tipps.
 
Da (NAND-)Flash durch Schreibzugriffe altert (kaputt geht), ist es eine ganz blöde Idee, die Anzahl der Schreibzugriffe durch RAIDs (egal ob Hardware oder Software) künstlich in die Höhe zu treiben. Allein das Aktualisieren der Metadaten sorgt schon für etliche zusätzliche Schreibzugriffe auch wenn ursprünglich lediglich ein Bit im Filesystem geändert wurde.

Wer also SSDs im RAID betreibt hat eindeutig zu viel Geld und die darauf abgelegten Daten sind per se wertlos (es werden beide SSDs zeitnah bis gleichzeitig kaputt gehen). Warum also für wertlose Daten überproportional viel Geld ausgeben? Vom ökologischen Aspekt will ich gar nicht erst anfangen...

So, genug Off-Topic, bin wieder weg...
 
Hast du demnach auch keine Lösung?
Nein, da ich derzeit weder SSDs (zu teuer/kurzlebig) noch Linux (zu langweilig) produktiv einsetze.
Meine beiden derzeit in meinen Servern verbauten SSDs warten seit Monaten auf ihren sinnvollen Einsatz.

Ich wüsste spontan auch nicht, wie gut TRIM bei FreeBSD (9.1-Release/Stable) mitlerweile umgesetzt ist und ob es auch in gmirror und Co unterstützt wird. Eventuell weisst Du hier ja mehr? Wäre interessant für das nächste Notebook.
 
Ich nutze inzwischen viele Server mit SSDs. FreeBSD 9.1 hat keine Probleme mit TRIM (auch gmirror unterstützt es), ganz im Gegenteil.

Linux-Kernel 3.7 soll helfen. Schauen wir mal.
 
Sind die SSDs nicht mittlerweile so gut, dass die Anzahl der Schreibzugriffe so hoch ist, dass sie die Lebenszeit rotierender Medien übersteigen? Außerdem will er ein Raid 1 betreiben. Da finden auf beiden Medien gleich viele Schreibzugriffe statt.

Wichtig ist, die Sektorgröße bei der Partitionierung, Erstellung des Raids und des FS zu berücksichtigen. Wenn es bei diesen drei Sachen keine Überschneidungen gibt, reduzieren sich die Schreibzugriffe auf ein normales Maß.

Soweit ich weiß, berücksichtigt Debian (Ubuntu) zumindest bei der Partitionierung die Sektorgröße und den ersten Sektor bei der Partitionierung. Im Ubuntu-Wiki ist das recht gut dokumentiert: http://wiki.ubuntuusers.de/SSD/Alignment

PS: Wenn das Aligment nicht stimmt, wird es bei fdisk auch angezeigt.
 
Sind die SSDs nicht mittlerweile so gut, dass die Anzahl der Schreibzugriffe so hoch ist, dass sie die Lebenszeit rotierender Medien übersteigen? Außerdem will er ein Raid 1 betreiben. Da finden auf beiden Medien gleich viele Schreibzugriffe statt.

Was die Haltbarkeit von SSDs angeht, streiten sich die Gelehrten. Auf der einen Seite gibt es keine Mechanik die kaputt gehen kann, auf der anderen Seite haben die Zellen eine ziemlich klar definierte Lebenserwartung. Der empfindlichste Teil einer SSD ist aber eigentlich immer der Controller, wenn der den Löffel abgibt war es das.

Ich persönlich habe noch nie einen Ausfall einer SSD erlebt. Ein Bekannter hat in seiner Firma eine dreistellige Anzahl an SSD-Platten in Betrieb und ebenfalls noch nie einen Ausfall gehabt. Der Serverbauer meines Vertrauens wiederum sagt, dass die Ausfallrate bei SSDs genau so hoch ist wie bei HDDs. Anhand der Retouren muss er es ja wissen.

Mittlerweile setze ich aber fast ausschließlich SSD-Platten ein. Der Geschwindigkeitsvorteil ist einfach enorm, und was den Preis angeht kann ich gerade die Argumentation, dass SSDs teuer seien, nicht nachvollziehen. Wenn man EUR / GB rechnet, sind die sicherlich noch teuer, wenn man allerdings EUR / IOPS rechnet, sind sie saubillig. Und statt einer zu 80% leeren SATA Platte habe ich dann lieber eine halbvolle SSD für ein paar Euronen mehr :D
 
Ja, das hab ich erwartet. Gerüchten darf man nicht immer glauben. Hab auch eine kleine ältere SSD im Einsatz. Kubuntu startet recht fix. Unter 10 Sekunden kommt der Desktop. Die Platte hab ich bis jetzt auch nicht besonders gut behandelt. Hatte schon öfters paar GiB an Daten geschrieben und dann wieder gelöscht. Bis jetzt gab es keine Probleme.

Jetzt kommts, diese SSD, die ich einsetze, verursachte an vielen SATA-Controllern Probleme. Die Daten waren nach dem ersten bis zweiten reboot komplett weg. Ich denke mal, dass es irgend eine Inkompatibilität ist. An meinem Desktop-PC funktioniert die Platte aber prima. Schon eigenartig mit was für Problemen man manchmal zu kämpfen hat.
 
Das einzige Risiko einer Ssd ist, wie bereits gesagt wurde, der Controller.
Falls keine Speicherzellen als Ersatz mehr zur Verfügung stehen (SSD's haben teilweise bis über 50% overprovisioning) wird der Controller read-only gehen und da der Ausfall beim schreiben bemerkt wird gibt es keinen Datenverlust.
Controllerausfälle sind sehr selten und eher unwahrscheinlich auf 2 Platten.

SSD's können also eigentlich unbedenklicher eingesetzt werden als normale Festplatten. Aber wer "neuen" Techniken nicht vertraut kann Lochkarten als Alternative einsetzen, als Speichermedium kann das tried&proven Papyrus empfohlen werden.

Bei 0815 Server ist es eigentlich dem Admin generell egal wie schnell die Platte geht solange er sie rechtzeitig ersetzen kann. Schliesslich ist bei Mietserver generell das Rz für die Hardware verantwortlich.
 
Das heisst ihr empfehlt alle auf einen Kernel > 3.7 zu wechseln, sodass TRIM hier unterstützt wird?

Zum Offtopic: Es gibt eine einfache Aufstellung:

a) 1x SSD => 1x kaputt => 0x Daten
b) 2x SSD => 1x kaputt => 1x Daten
c) 2x SSD => 2x kaputt => 0x Daten

Bei welcher Konstellation ist jetzt die Rettungswahrscheinlichkeit höher? Daher geht es mir nur darum, ob ich TRIM-Unterstützung realisieren kann, denn das ist ein konkretes Problem.
 
Der Artikel beschreibt die bekannten SSD-Probleme, ist aber überaus positiv beschrieben. (Das mag ich an ArsTechnica - sie denken immer positiv)

Ich denke SSD's sind die aktuell einzige Lösung hoher Geschwindigkeiten bis Memristors produktiv einsetzbar sind =)
 
Das heisst ihr empfehlt alle auf einen Kernel > 3.7 zu wechseln, sodass TRIM hier unterstützt wird?

Najo wenn du deine SSDs im Software-RAID betreiben willst, scheint das ja der einzige Weg zu sein, um die Platten mit TRIM fit zu halten. Habe den Kernel aber noch nie eingesetzt, also keine Empfehlung im eigentlichen Sinne ;)
 
Der Artikel beschreibt die bekannten SSD-Probleme, ist aber überaus positiv beschrieben. (Das mag ich an ArsTechnica - sie denken immer positiv)

Ich denke SSD's sind die aktuell einzige Lösung hoher Geschwindigkeiten bis Memristors produktiv einsetzbar sind =)

Yo der Artikel ist echt gut geschrieben, vor allem mag ich die sehr gut nachvollziehbare Darstellung der technischen Details. Sicherlich hat die Technik Haken und Ösen, aber das Preis-/Leistungsverhältnis von SSDs ist einfach unschlagbar, wenn es um Random IO geht. Und solange mir keine SSD flöten geht, lass ich mich nicht von theoretischer Kurzlebigkeit beeindrucken :D
 
onyx series sata ii 2,5" SSD (GiB). Sorry, bin jetzt zu faul selbst zu suchen. Für mich ist die Information auch nicht weiter wichtig. Wenn ich morgen mein Kubuntu wieder starte sehe ich mal nach, ob das aligment stimmt. Ich verlasse mich nicht auf eine Technik, die vielleicht auf auf meiner SSD verfügbar ist. Ich denke mal, dass das OS dies bei der Installation berücksichtigt hat.
 
Back
Top