Wartungsvertrag

tekknokrat

New Member
Hallo zusammen,

ich betreue für einen Kunden einen Server bei Hetzner. Dafür bekomme ich eine monatliche Pauschale, muss aber auch einige Dinge dafür tun.

In der Vergangenheit sind diese Dinge einfach planlos als Aufgaben bei mir eingegangen.

Dies möchte ich jetzt optimieren, vom Zeitraum in dem Supportanfragen bearbeitet werden bis hin zum Aufgabenrahmen.

Ich möchte daher für meinen Kunden einen Wartungsvertrag aufsetzen.
An welche Regeln muss ich mich bei der Definitiona in einem Wartungsvertrag halten?

Ich will mich bspw. auch vor Haftung gegenüber Ausfällen seitens Hetzner schützen, wie kann ich das tun?

Bin für Tips und Erfahrungsaustausch dankbar!
 

chris085

Registered User
Hi,

ich separiere zwischen Wartung (Updates, Kontrolle Backup, Überwachung, ..) und Aufwand.
Kunden zahlen einen bestimmten Betrag x fix monatlich, dass ihr Server betrieben wird.
Sollten dann extra Wünsche aufkommen, z.B. Scripting etc. werden die pro Stunde abgerechnet.
 

fbartels

New Member
Kannst dir ja mal das IT-Recht Skript unter folgendem Link ansehen.

Da gab es glaube ich auch einen Mustervertrag für Wartungsverträge.
 
T

Tobster

Guest
Ich bin mir nicht ganz sicher aber ich glaube du kannst einen Server nicht warten, weil er keinen Verschleiß hat.
Die DIN 31051 legt das fest
Maßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrates
. Das heißt für mich etwas einfetten oder ein Ölen oder so. Aber nicht die Logs vom Server übberwachen oder ähnliches.
Von daher würde ich eher einen Servicevertrag vorschlagen.
 

chris085

Registered User
Ich bin mir sicher, dass wir noch Stunden lang über den Begriff Wartung reden können.
Ausserdem könnte ich doch alle 2 Wochen den Speicher tauschn.. dann wärs laut deiner Definition auch ne Wartung :) ...
Back to Topic
 
T

Tobster

Guest
Ich wollte eigentlich nur helfen und einen Gedankenanstoß liefern. Aber nun gut. Wie auch immer.
Das soll hier nicht das Thema sein.
Mein Tipp ist: Schreib keinen Wartungsvertrag sondern einen Servicevertrag, weil du an einem Server nichts
Nachstellen, Schmieren, funktionserhaltendes Reinigen, Konservieren, Nachfüllen oder Ersetzen von Betriebsstoffen oder Verbrauchsmitteln (z. B. Kraftstoff, Schmierstoff oder Wasser) und planmäßiges Austauschen von Verschleißteilen (z. B. Filter oder Dichtungen), wenn deren noch zu erwartende Lebensdauer offensichtlich oder gemäß Herstellerangabe kürzer ist als das nächste Wartungs-Intervall.
kannst. Sonst setzt du dich böse in die Nesseln!
Ansonsten würde dann dieser Vertrag von seiner Ausrichtung direkt deine angesprochenen weiteren Tätigkeiten abdecken!

chris085 said:
Ausserdem könnte ich doch alle 2 Wochen den Speicher tauschn.. dann wärs laut deiner Definition auch ne Wartung
Ein klares Nein, außer der Ram ist kaputt dann ist es eine Instandhaltung.


Ansonsten empfehle ich dir ca. 150 bis 200 Euro für ein Beratungsgespräch bei einem Fachanwalt dran zu hängen und dich dort zu informieren. Ich weiß nicht was du für deine Tätigkeit bekommst, aber falls du noch weitere Kunden akquirierst kannst du das ja wiederverwenden. Falls aber auch nicht ist es mit an 100% grenzender Wahrscheinlichkeit billiger als der kleinst anzunehmende Unfall mit dem Vertrag.
Und lies dir mal die Hetzner AGB zu den Servern durch. Ggf. kannst du die Klauseln zur Verfügbarkeit übernehmen.
 

tekknokrat

New Member
Hall zusammen,

vielen Dank für die kompetenten Antworten, das ging ja fix.

@Tobster Ich habe gleich mal Wartungsvertrag in Servicevertrag geändert, passt auch mehr zum Inhalt.
Ansonsten hatte ich auch überlegt das ganze dann zum Gegenlesen einer juristisch versierten Person in die Hand zu drücken.
Wegen der Hetzner AGB, ist es eigentlich erlaubt auf diese zu verwiesen wenn es um die Verfügbarkeit geht? Ich will eigentlich nicht das Rad neu erfinden (auch nicht mit copy&paste).

@chris085 mit dem Seperieren von Basisaufwand zusätzlicher Aufwand klingt interessant. In diese Richtung soll das eigentlich gehen wobei ich für bestimmte Dienstleistungen auch wiederrum eine Pauschale verlangen will. Eigentlich ist es mein Ziel irgendwann mal komplett vom Stundenaufwand wegzugehen.

Würdet Ihr innerhalb des Vertrages auch direkt Distronamen/Softwarenamen/Versionsnummern angeben oder dies lieber so allgemein wie möglich belassen?
 

Domi

Blog Benutzer
Hallo Leute, ich weiß das Thema ist nun über 5 Jahre alt und es wurde nichts mehr gemacht. Aber zwecks Wartungsvertrag / Servicevertrag wollte ich doch mal etwas in Erfahrung bringen.

Ich als IT Dienstleister habe einen Vertrag per Handshake mit einem Kunden der schon seit Jahren problemlos läuft und die Idee war sogar von ihm. Dabei geht es um seine Homepages (Joomla und Wordpress basierte Systeme) die ich monatlich mit 10 Std. fix berechne. Dazu gehört, dass ich auf Aktualisierungen achte, Sicherheitsupdates, Module oder Plugins einbinde, Anpassungen vornehme etc. Zu Anfang war es eher mehr als 10 Std., mittlerweile läuft es aber ohne Probleme und für mich macht es sich doch gut bezahlt. Im groben sollte das doch eher ein "Servicevertrag" sein, oder nicht?

Es geht mir im groben und ganzen darum, ein anderer Kunde fragte mich ob ich mich auch regelmäßig im Monat um seine EDV kümmern würde (Datensicherung, Updates etc.) und da ist mir das Thema wieder in den Kopf gekommen und ich wollte das doch mal ansprechen und die anderen Spezialisten (euch) fragen :)

Könnt ihr mir zu dem Thema eigentlich Pro und Kontra nennen, womit ich meinen Kunden (oder mehrere) davon überzeugen kann, solche Verträge zu machen? :)

Des weiteren würde mich mal interessieren, ob ihr dann einfach den ganz normalen Stundenlohn * X Std. für den Vertrag nehmt, oder macht ihr dann so eine Art Rabatt?

Das war es eigentlich erst einmal und ich hoffe, dass war OK das ich dieses Thema hervorgehoben habe. Wenn nicht, wäre ein Moderator vielleicht so lieb und würde meinen Post in ein separates Topic splitten? :)

Gruß, Domi
 

wemaflo

New Member
Ich kann ja vielleicht mal schreiben, wie es bei uns läuft.

Unser Dienstleister hat einen Servicevertrag, der neben der allgemeinen nötigen Arbeiten, die nun mal anfallen, um das System sicher zu betreiben (Updates, Patches) eine fixe Stundenzahl pro Monat beinhaltet. Was an "Sonderwünschen" darüber hinaus geht, wird extra berechnet.

Allerdings ist es auch so, dass die Ausnutzung der Stunden soweit ich weiß pro Quartal berechnet wird, wenn in einem Monat also mal mehr Aufwand betrieben wurde und das im nächsten Monat wieder ausgeglichen wurde, ist das damit beglichen.

Für Stunden, die über den Servicevertrag hinausgehen wird ein normaler Stundensatz berechnet, für die "inklusiven" soweit ich weiß ein reduzierter (eben weil es feste Einnahmen sind).
 
M

Manu

Guest
Da das Thema ausgegraben wurde, möchte ich meine Meinung auch mal äussern.

Da es bei Servern auch sowas wie Wartungsarbeiten gibt (Via SSH oder Sonstiges) kann ein Vertrag durchaus auch als Wartungsvertrag definiert werden. Das war vom Threadstarter durchaus korrekt geschrieben worden.

Spricht:
Tobster war damals total auf dem Holzweg, was keinem auffiel und ihn korrigiert hat..
 

Orebor

He who dances with pointers
Disclaimer: Ich bin Informatikstudent, hatte eine VL zum Thema Internetrecht, in der auch die Vertragsarten besprochen wurden. Daher bin ich weder Anwalt, noch soll das hier eine Rechtsberatung sein.

Löst euch mal von euren Vorstellungen eines Wartungsvertrages.
Was ein Wartungsvertrag ist und was nicht ist im BGB geregelt, das hat nicht unbedingt etwas mit dem zu tun, was in irgendwelchen DIN Normen oder sonstigen Scherzen steht.

Grobe Einteilung: Ein Dienstleistungsvertrag macht keine genauen Vorgaben was wie zu erbringen ist. Beispiel: "Reinigen des Gebäudes".
Wartungsvertrag: "Fixen aller gemeldeten Bugs innerhalb von 24 Stunden".
Da ist genau ein Erfolg definiert: "Bug gefixt innerhalb von 24 Stunden".

Beim Wartungsvertrag hat der Auftragnehmer also mehr Pflichten als bei einem gewöhnlichen Dienstleistungsvertrag.

Wenn Du das häufiger machst, würde es sich lohnen, Dich einmalig von einem Anwalt beraten und Dir einen Mustervertrag aufsetzen zu lassen. Das muss nicht unbedingt wahnsinnig teuer sein, zumal der Anwalt dann für Fehler im Vertrag haftet.
 

Top