[Shop] Unterschiede zwischen Komplettlösungen <-> getrennt

Lillyfu

New Member
Grüß euch.

Nein, diese Frage stelle ich nicht weil Ferien sind :p und auch nicht weil ich was Gründen will, sondern rein aus Interesse.

Ich habe Webspace und Server bei 8 unterschiedlichen Anbietern. Was mir immer wieder auffällt, ein Teil hat Komplette Lösungen wie Shop, Kundenverwaltung, Panel etc. in einem.
Bei anderen gibt es den reinen Shop und alles andere ist auf 2-3 Seiten extra eigenen Seiten ausgelagert wie Login, Rechnungen etc.

Die Frage dahinter die mich Interessiert, bietet das Trennen bzw. Zusammenlegen Vorteile oder Nachteile?
 

Orebor

He who dances with pointers
Das fällt unter die Kategorie: ist ein Auto besser oder ein LKW und die Antwort wäre "es kommt darauf an".

Getrennte Systeme bieten oft den Vorteil, dass bei Sicherheitslücken in einem Teil der Systeme nicht automatisch die gesamten Daten des Kunden betroffen sind und bei etwaigen Ausfällen bleiben die anderen Systeme häufig unberührt.

Demgegenüber ist das für den Kunden oft ein Komfortverlust, denn er muss ggfls. mehrere Logins zur Hand haben, obwohl es sich um Konten bei ein und dem selben Anbieter handelt. Da kann der Kunde natürlich auf die Idee kommen, dass er überall die gleichen Daten verwendet, dann aber wiederum fällt der Vorteil der Sicherheit weg.

Manche Anbieter fahren auch zweigleisig, in dem sie über Token dann den Login in andere Systeme erlauben, wenn sich der Kunde am "Haupt"panel anmeldet. Damit sinkt die Sicherheit etwas gegenüber komplett getrennten Systemen, ist aber immer noch besser als bei einer rein monolithischen Lösung.

Im Endeffekt ist das immer eine Einzelfallentscheidung, die von vielen Faktoren abhängt. Wobei ich das Thema nicht auf Software im Web beschränken würde, sondern das ist ein allgemeines Problem der Informatik: monolitisch, hybrid, modular.
 

Lord Gurke

Nur echt mit 32 Zähnen
Und dann gibt es noch den Grund:
Der Anbieter nutzt eventuell fertige Lösungen für den Shop auf der Webseite, die aber keine späteren Logins für die Kundenverwaltung erlaubt. Dafür hat er dann ein Panel mit dem die Kundendaten, Domains und Webspaces verwaltet werden können, mit der man allerdings keine vServer steuern kann. Dafür hat er dann das dritte System.
 

Werner S

Member
Ich greife das Thema mal auf da mein Chef wohl auf einem komischen Tripp ist und jetzt alles umstellen will.

Ist Situation:
Wordpress als Mainpage (Pricing Table)
Bestellungen über whmcs
Kundendaten manuell in ein drittes System einpflegen welches Kundenlogin, Billing, vServer/Rootserver Verwaltung beinhaltet.

Damit fahren wir in der Firma eigentlich ganz gut und es gibt selten Probleme.

Soll Situation:
Mainpage, Shop, Kundenlogin, Billing, vServer/Rootserver Verwaltung soll alles Zentral über ein eigens Entwickeltes System laufen, nicht mehr über 3 oder mehr Systeme.
Vollautomatisiert, d.h Kunde bestellt Produkt, automatische Freischaltung (Cronjob) mit anlegen in Plesk (Command-Line) etc.

Wir sind im Hosting in dieser Hinsicht relativ klein bzw. das Hosting ist eine Geschichte die sich so nebenbei ergeben hat.

Im Betrieb sind alle gegen diese Umstellung da erstens die Sicherheit dagegen spricht und zweitens wir alles noch selber entwickeln müssen wofür wir gar keine Zeit haben.

Evtl. habt Ihr ja noch Argumente die dagegen sprechen so das wir unseren Chef noch umstimmen können.
 

whitey

New Member
Hey Ho,

sorry wenn ich dir jetzt nicht wirklich weiter helfen kann, aber ich kann den Wunsch von deinem Chef verstehen. Ich als Softwareentwickler würde den selben Ansatz fahren.
Allein das Ihr die Kundendanten noch mal Händisch einpflegen müsst, würde mir derbe auf den Wecker gehen.

Zwar würde ich als guter SW-Architekt dazu tendiren das ganze Modular zu halten (Micro-Services o.Ä.) aber auf jedenfall einen zusammen hängeden Applikations-Pool davon machen.

Es spricht, von Zeit und Mitarbeiter-Kosten mal abgesehen, nichts dagegen. Macht eine gute Schätzung und sagt Ihm was das Kosten würde. Das zieht meist am Besten. Ansonsten bin ich wie gesagt der Meinung eures Chefes.

LG
 

Werner S

Member
sorry wenn ich dir jetzt nicht wirklich weiter helfen kann, aber ich kann den Wunsch von deinem Chef verstehen. Ich als Softwareentwickler würde den selben Ansatz fahren.
Allein das Ihr die Kundendanten noch mal Händisch einpflegen müsst, würde mir derbe auf den Wecker gehen.
Klar, das würde einiges einfacher machen, 1 Login für alles aber ob sich der Aufwand wirklich für 3-4 neue Kunden pro Woche Lohnt? Immerhin ist dies nicht unser Hauptgeschäft.

Es spricht, von Zeit und Mitarbeiter-Kosten mal abgesehen, nichts dagegen. Macht eine gute Schätzung und sagt Ihm was das Kosten würde. Das zieht meist am Besten. Ansonsten bin ich wie gesagt der Meinung eures Chefes.
Es so zu "basteln" wie der Chef das gerne hätte ist das kleinste Problem. Die Entwicklung würde nach Feierabend oder am WE stattfinden da wir dazu in der Regulären Arbeitszeit einfach keine Zeit für haben. Wie oben schon gesagt, für 3-4 neue Kunden pro Woche wovon nicht mal der Lohn bezahlt werden könnte, ob sich das ganze da Lohnt?

Eine gute Schätzung der Kosten. Wo könnte man da anlegen? Stundenlohn, Höhe der Kosten pro Stunde?
 

Orebor

He who dances with pointers
Was immer gerne unterschlagen wird: Eigenentwicklungen sind häufig sehr teuer im Unterhalt, da sie eben auch gepflegt werden müssen.

Auch ist nicht immer das notwendige Know-How vorhanden, denn Software Engineering ist wesentlich mehr als irgendwelchen Code zu schreiben, in der Hoffnung, dass damit alles gut ist und die nächsten Jahre keine Anpassungen mehr notwendig sind.
Das fängt mit genauer Anforderungsanalyse an, geht über vernünftige Dokumentation und hört bei zeitnahen Anpassungen auf.

Von daher wäre mein rein nüchterner Ansatz, erst einmal die wirklichen Anforderungen zu erfassen und daraus dann abzuleiten, wie sich die hauseigene Lösung dann finanziell darstellt.

Sinnvollerweise kann man dann auch bereits bestehende Alternativen in Augenschein nehmen und auf Basis derer dann eine Entscheidung treffen.

Zum Thema Kostenschätzung:
viel wird hier nur über Erfahrungswerte gehen, da ja die Mannstunden geschätzt werden müssen.
Vieles sollte sich aber aus den Anforderungen ergeben (wenn auch natürlich bei weitem nicht alles). Hier sollte man auch nicht vergessen, dass know-how ggfls. erst aufgebaut werden muss, was eben auch Zeit und damit Geld kostet.
 

farnox

Blog Benutzer
Also wir sind auch so gestartet, wie die meisten kleineren Anbieter.

Ein System für Kundendaten, eins für vServer, eins für Webspace. Zumindest aus unserer Erfahrung, hat das nie vernünftig funktioniert, weshalb wir den Weg gegangen sind, eine eigene Lösung zu entwickeln und mittlerweile auch einsetzen. Geht natürlich auch darum, sich von anderen Anbietern abzuheben.

Wenn wir ein neues Feature bauen wollen, können wir das einfach machen. Wenn ein Anbieter der SolusVM einsetzt, ein neues Feature bauen will, ist er ziemlich eingeschränkt.
 

whitey

New Member
Moin,

also wenn Ihr keinen Ansatz für eine Schätzung habt dann, verzeih mir das ich so direkt bin, glaube ich nicht das ihr das Know-How habt so eine Software funktional und vor allem sicher und stabil umzusetzen. Ich nehme an, Software ist nicht euer Hauptgeschäfft?
Die Aussage das passiert "Am Wochenende" und "so nebenbei" lässt mich vermuten dass dieses Projekt scheitern wird (meine Erfahrung). Wobei es gute WE-Software gibt. Fast jede Open-Source-SW ist so gestartet. Allerdings haben auch die großen Open-Source-Projekte Vollzeitentwickler die gesponsert werden (z.B Java Open JDK wird durch Oracle und Eclipse bezahlt)

Ich kann Orebor nur recht geben, vieles wird hier einfach unterschätzt. Auch der Ansatz der Anforderungsanalyse ist der Richtige.
Um dir einen Ansatz für so eine Schätzung zu geben, hier mal ein Ansatz wie ich das bei meiner Arbeit mache. Ich gehe auch auf dieser Granularität vor und du musst genau das bei allen Dingen die Ihr umsetzen wollt machen.

Beispiel:

Usecase Login / Registrierung

User-Story: Es soll eine Login-Seite für ein Webinterface geben, an dem sich ein User per Username und Passwort anmelden kann. Besteht noch kein Username, soll sich der User Registrieren können. Wurde das passwort vergessen, soll der User sich ein neues Passwort an seine E-Mail-Adresse zuschicken lassen können.

(Hier muss man sich jetzt überlegen was man dafür alles zu tun hat. Z.B. Login-Seite erstellen, Daten in und aus der Datenbank holen usw. Auf Basis dieser Überlegung schätzt du wie lange Du brauchen würdest)

Geschätzt: 2 PT mit Software-Tests ( PT = Projekt-Tag = 8 Stunden für einen mann)

--> Kosten daher: 16 Stunden mal interner Kostensatz --> Interner Satz ist nicht nur Gehalt, sondern auch Srom, Wasser, Hardware, Software, Tool-Chain. Eure Firma muss ja auch irgendwo Ihren Sitz haben, oder habt Ihr nur Homeoffice? ;)

Guter Satz der fast immer passt sind 50€. Demnach würde so ein Login ca. 16 * 50 = 800€ kosten.

Meine ganz grobe Glaßkugel-Schätzung bei dem was ich von dir gehört habe, würde sagen dass das was Ihr machen wollt ca. 20.000€ interne Kosten produzieren würde. Das aber auch nur, wenn gute Entwickler durchgehend ohne Störungen ihre Arbeit machen können. Ansonsten wird es teurer.

Da ich aber weder eure Erfahrung in der Entwicklung kennen, noch eine Ahnung habe wie die Kosten bei euch aussehen is das natürlich mehr als ungenau ;)

LG

David
 

d4f

Müder Benutzer
Es gibt gute quelloffene Basissysteme, bspw WHSuite oder BoxBilling welche auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten werden können und oftmals bereits die notwendigen Basisfunktionen (EU VAT-Vies, Plesk/cPanel Plugins, VM Verwaltung, Ticketsystem ,.... ) mitbringen oder als Addons enthalten.
Alternativ gibt es auch, gut erweiterbar aber kommerziell, Blesta, gSales, WHMCS, ...

Ich würde dringend empfehlen nicht alles in ein einziges System reinbauen zu wollen sondern, wo sinnvoll, auf bewährte 3rdparty-Lösungen zu setzen (SolusVM, Proxmox, ... ). Diese lassen sich generell sehr gut und oft über single-login ins Billingsystem einbinden, lassen aber die zusätzliche Flexibiilität zu.
 

Werner S

Member
HeyHo,

die entgültige Entscheidung hätte mich hier dann doch noch mal interessiert ;)
Hallo. Viel Arbeit wenig Zeit. Man kennt es ja.

Wir sind gerade dabei jemanden für die Entwicklung zu beauftragen bzw. wir erkundigen uns derzeit.

Folgender Ansatz wurde jetzt vom Chef festgelegt.
Mainpage, reiner Shop (Whois, Webspace und vServer) Bestellen ohne Login.

Weitere Page für die Kundenverwaltung mit DNS, Verträge verwalten, vServer integration (starten etc), Domains verwalten und je nach gebuchten Features Link zu seinem Plesk oder I-MSCP.

Das ganze sollte laut Chef so ablaufen.

Kunde bestellt zb. Webspace Paket mit Domain über die Hauptpage.

Das CMR wenn man das so nennen kann greift die Daten ab (entweder gleiche MySQL Datenbank wie die Mainpage oder externer Zugriff auf die DB, Cronjob alle 3 Minuten) und richtet automatisch die Domain ein (SOAP), setzt die entsprechenden DNS Einträge, legt das Webspace Paket auf dem Hostsystem an (evtl. Bashscript oder eine Kombination aus Bashscript und Mysql).
So soll das ganze auch mit vServer laufen.

Selber von mir umgesetzt wurde die Mainpage. Da ich nur PHP, MySQL, CSS und HTML kann wollen wir den anderen teil einem fähigem Entwickler überlassen.

Mit meinen Fähigkeiten würde das ganze bei mir folgendermaßen gelöst werden.
Bestellung über Mainpage. Auftrag (Kundendaten, Paket, Domain etc) wird in eine externe MySQL DB geschrieben. Cronjob ruft eine PHP File auf und arbeitet die ganzen Befehle zum anlegen des gebuchten Paketes über exec ab.
Zum Glück lässt man mich aber nicht dort ran den wie gesagt, für mehr oder um es komplexer umzusetzen, reichen da meine Fähigkeiten definitiv nicht.
 
Last edited by a moderator:

DeaD_EyE

Blog Benutzer
Encoding kaputt?

Hallo. Viel Arbeit wenig Zeit. Man kennt es ja.

Wir sind gerade dabei jemanden für die Entwicklung zu beauftragen bzw. wir erkundigen uns derzeit.

Folgender Ansatz wurde jetzt vom Chef festgelegt.
Mainpage, reiner Shop (Whois, Webspace und vServer) Bestellen ohne Login.

Weitere Page für die Kundenverwaltung mit DNS, Verträge verwalten, vServer integration (starten etc), Domains verwalten und je nach gebuchten Features Link zu seinem Plesk oder I-MSCP.

Das ganze sollte laut Chef so ablaufen.

Kunde bestellt zb. Webspace Paket mit Domain über die Hauptpage.

Das CMR wenn man das so nennen kann greift die Daten ab (entweder gleiche MySQL Datenbank wie die Mainpage oder externer Zugriff auf die DB, Cronjob alle 3 Minuten) und richtet automatisch die Domain ein (SOAP), setzt die entsprechenden DNS Einträge, legt das Webspace Paket auf dem Hostsystem an (evtl. Bashscript oder eine Kombination aus Bashscript und Mysql).
So soll das ganze auch mit vServer laufen.

Selber von mir umgesetzt wurde die Mainpage. Da ich nur PHP, MySQL, CSS und HTML kann wollen wir den anderen teil einem fähigem Entwickler überlassen.

Mit meinen Fähigkeiten würde das ganze bei mir folgendermaßen gelöst werden.
Bestellung über Mainpage. Auftrag (Kundendaten, Paket, Domain etc) wird in eine externe MySQL DB geschrieben. Cronjob ruft eine PHP File auf und arbeitet die ganzen Befehle zum anlegen des gebuchten Paketes über exec ab.
Zum Glück lässt man mich aber nicht dort ran den wie gesagt, für mehr oder um es komplexer umzusetzen, reichen da meine Fähigkeiten definitiv nicht.
#fixed by ftfy
 

Werner S

Member
Encoding kaputt?
Gute Frage. Habe mich angemeldet, den Beitrag geschrieben, wurde dann zum Login geleitet weil ich den Hacken nicht gesetzt habe und dann sah er so aus.

Evtl lag es daran, von meinem Browser her sollte alles ok sein, kann mir das nicht erklären.
 
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