Laptops ohne Marken-Branding?

Nobby

Registered User
Mahlzeit,

gibt es Laptops, welche kein Branding des Herstellers haben?

Sprich dass quasi jeder, der eine angemeldete "Marke" hat sich diese kaufen kann und sein eigenes Logo draufpappen kann?

Die Frau eines Kollegen kam gestern mit einem Mazda 121 an, der absolut ein Fiesta ist, ebenso gibt es ja von Daewoo ein Auto was zu 99,9% eigentlich ein Opel Kadett ist.
Irgendwann (nach ein paar Bier) kam dann jemand auf die Idee sich eben Laptops ohne Branding zu kaufen und sein eigenes Label damit zu vermarkten.

P.S.: nein, ich trinke keinen Alkohol, auf meinem Mist ist das nicht gewachsen!
Aber interessiert mich schon ein bisschen, da ich, soweit ich informiert bin, Tuxedo wohl "eigentlich" Asus-Geräte unter eigenem Label vermarktet.
 

danton

Debian User
Naja, etwas anderes sieht es schon aus. Mazda und Ford haben damals den 121 und Fiesta zusammen entwickelt und dann unter eigenen Modellbezeichnungen verkauft (anderes Beispiel: der 1. VW Sharan und Ford Galaxy waren ebenfalls weitgehend baugleich).
Im Falle des Daewoo Nexia handelte es sich um einen Lizenzbau, da damals sowohl Open als auf Daewoo zu General Motors gehört haben.
Bezüglich Laptops sieht es etwas anders aus. Als Laptops noch nicht so verbreitet waren, haben selbst die großen Marken zumindest teilweise nicht selbst entwickelt, sondern auf Laptop-Barebones von Auftragsfertigern wie Foxconn und Quanta gesetzt, die dann nur noch mehr oder weniger stark gebrandet wurden. Meines Wissens bieten die Auftragsfertiger sowas immer noch an.
 

d4f

Müder Benutzer
Das Vermarkten unter eigener Marke ist sehr üblich, und wird generell schlicht beim Hersteller mit diesem Aufdruck so bestellt. Im PC-Bereich wird das jedoch generell in grösserer Stückzahl durchgeführt und direkt wie @danton sagt bei Foxconn bestellt. Falls du mal einen Laptop öffnest; generell sind Mainboard, CPU-Halter und andere innere Komponenten aller üblichen Laptops mit den Stempel und Logos der Auftragsfertiger (meistens Foxconn) versehen. Nur aussen steht dann "Acer" drauf.
Mir sind auch einige Fälle bekannt wo, zB wegen speziellen Anpassungen, der Anpasser die Originallogos aussen entfernt hat (oft nur geklebt) und durch eigene Logos ersetzt oder überklebt hat.

Ein gutes Beispiel sind bei Werkzeug zB Lidl und Aldi, deren Hausmarken fast ausschliesslich von Black&Decker sowie Einhell geliefert werden.
Historische Beispiele von Geräten welche ich besitze wo Branding rein softwareseitig lief:
- Medion PDA - eigentlich ein Viewsonic
- "Designed in Germany" Wetab - gleiche Hardware wie ExoPC/Pegatron Tablets.
 

DeaD_EyE

Blog Benutzer
Für Geld machen die Hersteller fast alles. Du wirst aber schon viele Geräte abnehmen müssen, damit es bezahlbar ist.
Wir hatten mal eine Zeit lang für Bosch Rexroth Produkte hergestellt. Das Unternehmen hat dafür Geld bezahlt, damit ihre eigenen Aufkleber auf unser Produkt kamen.

Am besten wendet man sich direkt an die Hersteller. Mit denen muss man dann auch verhandeln.
 

Whistler

Blog Benutzer
Wir fertigen viel für eine Großbank mit angeschlossenem Elektronik-Shop ;)
Die tun alles, damit Ihre Produkte außen und innen nach ihnen aussehen und liefern auch passige Teile wie z.B. die (Hologramm-)Garantieaufkleber zu.

Bei anderen Kunden beschränkt sich das Branding auf einen passigen Deckelaufdruck und an vielen Details (Platinenbeschriftung, MAC- und USB-IDs...) sieht man uns als Hersteller.
 

Whistler

Blog Benutzer
Ein anderes schönes beispiel ist übrigens die Telekom.
Die fertigen prinzipiell keine Hardware und müssen (aufgrund interner Vorgaben) immer bei mindestens 3 Herstellern kaufen und branden lassen.
Das ist der Grund, warum man z.B. bei den Speedports oder den Sinus-Telefonen immer genau schauen muß, wer sich z.B. hinter der A- B- oder C-Revision verbirgt. Der Unterschied reicht dann sehr schnell von "läuft super" bis zu "ist absolute Grütze".
 
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