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Imap Home Server zur "Archivierung" sinnvoll?

user09

New Member
Hallo zusammen,

ich frage mich aktuell, ob es sinnvoll ist, daheim einen Mailserver zu installieren, um ältere E-Mails zu archivieren.

Über die Jahre hinweg haben sich viele E-Mails angesammelt, die aktuell bei mehreren E-Mail Anbietern ("Cloud") liegen.

Haltet ihr folgendes für sinnvoll bzw. welche Vor- und Nachteile seht ihr?
- Imap Server zuhause, der aus den Cloud-E-Mail Konten alle E-Mails abruft, die älter als 3 Monate sind und auf dem Imap Homeserver speichert und beim Anbieter löscht.
- Als Imap Home Server wird Debian mit dovecot-imapd im Speicherformat Maildir eingesetzt. Ein SMTP Server wird nicht installiert, da vom Homeserver keine E-Mails versendet werden.
- Installation von Debian als VM auf einem ESXI Homeserver.
- Zugriff auf dem IMAP-Homeserver nur von zuhause. Später mal über ein VPN.
- Backup von Maildir auf eine externe Festplatte

Als Vorteil sehe ich, dass weniger Daten in der "Cloud" liegen und bei einem Homeserver die Angriffsfläche geringer ist.
Sollten unberechtigte Dritte Zugriff auf Cloud-E-Mail Anbieter erhalten, sind nicht alle Daten kompromittiert sondern lediglich die letzten drei Monaten.
 
Solange du keinen VPN-Zugriff hast, fehlen dir die Mails, wenn du unterwegs bist. Der Zugroff auf ein Postfach beim Anbieter geht i.d.R. von einem beliebigen PC aus (z.B. auch der eines Freundes, auf der Arbeit usw.) zumindest per Webmail über den Browser.
Dann natürlich die üblichen Nachteile, die eigentlich jeder Homeserver mit sich bringt: du mußt dich selber um die Hardware kümmern (Wartung, Ersatzteile beschaffen usw.), erhöhte Stromkosten, langsame Anbindung von extern (hier kommt der bei DSL und TV-Kabel niedrigere Upload zum Tragen).
Und du mußt diese Daten natürlich regelmäßig sichern, und das am besten extern (z.B. wenn deine Wohnung mal brennen sollte).
 
... und sollten sich geschäftliche Mails darunter befinden auch an die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Vorhaltezeit und so denken.

rein privat - ich würde versuchen, alle Mailkonten zu einem zentralen, vertrauenswürdigen Anbieter zu konsolidieren, dort alle Mails drauf lassen (die haben nämlich vernünftige Backuplösungen) und dann für's private Vergnügen kann man ja noch eine offline-Sicherung fahren mit imapsync und USB-Platten.
 
vielen Dank für Eure Enschätzung.

Unter diesen Aspekt würdet Ihr also gar kein Homeserver betreiben (z.B. Fileserver) sondern alles bei einem Anbieter in eine "vertrauenswürdige Cloud" legen?
 
Kommt auf die Anforderungen an. Ich persönlich würde solche privaten Archive niemals außerhalb meiner vollständigen Kontrolle haben wollen. Und die kann ich nur zu Hause garantieren. Hier kann ich notfalls auch "offline" vor Ort darauf zugreifen.
 
ich frage mich aktuell, ob es sinnvoll ist, daheim einen Mailserver zu installieren, um ältere E-Mails zu archivieren

Wenn es hier ausschließlich um private Mails geht, wäre ein Blick auf MailStore Home vielleicht sinnvoll.
Das Programm ist Freeware und macht genau das, was du vorhast.
 
Danke euch!

Wenn es hier ausschließlich um private Mails geht, wäre ein Blick auf MailStore Home vielleicht sinnvoll.

Den Vorteil, den ich bei einem Imap Server sehe ist, dass ich im Netzwerk von unterschiedlichen Geräten mit einem E-Mail Client darauf zugreifen kann und das Archiv noch änderbar ist, d.h. ich kann bei Gelegenheit die E-Mails in unterschiedliche Ordner einsortieren.

Ich persönlich würde solche privaten Archive niemals außerhalb meiner vollständigen Kontrolle haben wollen. Und die kann ich nur zu Hause garantieren.

Zu diesem Fazit komme ich nach längerer Bedenkzeit auch.
Für Files etc. habe ich bereits einen älteren ESXi Homeserver (gekauft im Jahr 2013, Xeon E3-1200 v3) und habe bisher auch noch keinerlei Probleme gehabt.

Zur konkreten Umsetzung:

Code:
- Installation von Debian als VM
- apt-get install dovecot-imapd
- /etc/dovecot/conf.d/10-mail.conf
      mail_location = maildir:~/Maildir
- useradd --create-home --shell /sbin/nologin meinimapuser
- Regelmäßiges Backup von /home/

Habe ich etwas sinnvolles / sicherheitsrelevantes vergessen?

Zur Übertragung der E-Mails würde ich einfach Outlook oder Thunderbird verwenden und die E-Mails zwischen den IMAP-Konten verschieben oder?
 
Last edited by a moderator:
Was spricht gegen ein 50GB Hosted Exchange Postfach und alle Mails/Kontakte/Termine dort drauf und überhaupt kein Archiv? Du kannst so alles in einem Postfach haben (z.B. für Webinterface Suche oder mobile Endgeräte wichtig) und musst Dich nicht um den Server kümmern.

Wenn man sich nicht mit Mailservern auskennt, würde ich empfehlen zu vermeiden, einen solchen zu betreiben.
 
user09: Die Grundidee ist aus meiner Sicht nicht wirklich schlecht, die Daten nochmal in Form einer Kopie an einem sicheren Ort vorliegen zu haben. Denn es kann dir ja auch mal passieren, dass du aus irgendeinem Grund mit einen deiner Provider Probleme bekommst und du dann an die dort liegenden Daten nicht mehr herankommst.

Löschen auf den einzelnen E-Mail-Servern bei den einzelnen Providern würde ich aber nichts, da du dadurch erneut so gesehen wiederum eine weitere Kopie hast.

Sollten aber deine Daten dennoch so sensibel sein, dass sie nach einer gewissen Zeit auf den einzelnen Mail-Servern der Provider gelöscht werden sollen, würde sich aus meiner Sicht für dich wohl eher ein eigener Server entweder Zuhause oder ein physischer Server bei einem Provider deines Vertrauens anbieten.
 
Was spricht gegen ein 50GB Hosted Exchange Postfach und alle Mails/Kontakte/Termine dort drauf und überhaupt kein Archiv? Du kannst so alles in einem Postfach haben (z.B. für Webinterface Suche oder mobile Endgeräte wichtig) und musst Dich nicht um den Server kümmern.

Bei den Gedanken alle E-Mails einen Anbieter dauerhaft anzuvertrauen ist mir etwas unwohl.
Ich denke auch, dass die Angriffsfläche daheim deutlich geringer ist als bei einem Hosted Exchange, da ein Zugriff nur aus dem Heimnetzwerk möglich ist und deutlich weniger Dienste laufen. Sicherlich hat ein professioneller Anbieter eine bessere Konfiguration, aber die Debian Standard Konfiguration von Dovecot müsste normalerweise ganz gut sein.
Für aktuelle E-Mails würde ich mir ein Hosted Exchange Postfach holen. Alle 3-12 Monate würde ich dann die E-Mails aus dem Hosted Exchange auf meinen Homeserver verschieben. Somit hätte ich denke ich einen guten Kompromiss aus beiden.

Wenn man sich nicht mit Mailservern auskennt, würde ich empfehlen zu vermeiden, einen solchen zu betreiben.

Mit der Aussage hast Du völlig recht. Daher will ich bewusst auf Komponenten wie Postfix, Spamassassin etc. verzichten und lediglich einen IMAP Server installieren, der zudem nicht im Internet steht. Anscheinend muss für den Imap Server auch fast nichts unter Debian konfiguriert werden, jedoch kann ich auch etwas übersehen.

.... würde sich aus meiner Sicht für dich wohl eher ein eigener Server entweder Zuhause oder ein physischer Server bei einem Provider deines Vertrauens anbieten.
Genau um das Löschen der Daten beim Anbieter geht es mir.
Der Aufwand für die Verwaltung eines kompletten Mailservers mit SMTP scheue ich. Ich suche eher einen Kompromiss zwischen einfacher Verwaltbarkeit und nicht zu viele Daten beim Anbieter dauerhaft liegen zu haben. Daher ist ja die Idee nur einen Imap Server zu installieren.
 
Last edited by a moderator:
Genau um das Löschen der Daten beim Anbieter geht es mir.
Der Aufwand für die Verwaltung eines kompletten Mailservers mit SMTP scheue ich. Ich suche eher einen Kompromiss zwischen einfacher Verwaltbarkeit und nicht zu viele Daten beim Anbieter dauerhaft liegen zu haben. Daher ist ja die Idee nur einen Imap Server zu installieren.

Hast du denn auch schon an eine weitere Kopie gedacht, falls du deine eine Kopie Zuhause aus irgendwelchen Gründen verlieren solltest? Und wie sieht das Konzept aus?
 
@andreas0

So schaut es aktuell beim meinen Fileserver aus:
Jeden Tag wird automatisch in der Nacht die Daten auf eine externe USB Festplatte kopiert, die dauerhaft an den Homeserver angeschlossen ist.
Mindestens einmal im Jahr kopiere ich die Daten auf eine weitere externe Festplatte, die aber ansonsten nicht am Homeserver angeschlossen und nicht in der Nähe vom Homeserver ist.


Die E-Mails würde ich von der Debian VM gepackt als TAR-Datei täglich auf die Fileserver VM kopieren und somit wäre Backupstrategie die gleiche wie beim Fileserver.

Über Brand mache ich mir aktuell keine Gedanken, aber das wäre auch ein lösbares Problem.

Verbesserungsvorschläge sind jederzeit willkommen :)
 
Last edited by a moderator:
Verbesserungsvorschläge sind jederzeit willkommen :)

Da externer Speicherplatz in Form von virtuellen Festplatten ja mittlerweile bezahlbar ist, kannst du ja auch mal schauen, ob du nicht sogar wichtige Daten auf so eine nur für dich zugängliche virtuelle Festplatte zusätzlich verschlüsselt auslagerst.

Was ich dir sehr empfehlen kann, weil ich es auch nutze, sind die virtuellen Festplatten vom Provider Hetzner mit der Bezeichnung "Storage-Box", die es in verschiedenen Größen zu mieten gibt.

Falls du solche virtuellen Festplatten noch nicht kennen solltest, so kannst du dir auch mal die kostenlose virtuelle Festplatte beim Provider Webtropia mit der Bezeichnung "Cloud Storage S" und 10 GB Speicherplatz anschauen. Denn zum Reinschnuppern sollte es schon mal reichen.
 
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