Frage, Kerio Connect auf Hetzner vServer / Cloud?

Domi

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#1
Hallo Leute, hat schon mal jemand einen CX41 mit 16GB Ram und 160GB SSD (oder CX50, 16GB Ram und 400GB SSD) von Hetzner für einen Kerio Connect verwendet?

Der CX41 ist einer der Server aus der Cloud Serie, der CX50 ist einer aus der "älteren" vServer CX-Line" und da wäre nun die Frage ob jemand solch ein System für einen Kerio Connect verwendet hat?! Übergangsweise hat ein Kunde von mir einen CX40 von Hetzner bekommen (hat der IT'ler vor mir so eingerichtet) und der Plan ist es, den Kerio wieder in das Büro auf den haus eigenen Server zu ziehen oder vielleicht doch auf eines der oben genannten Systeme zu packen.

Problem mit dem aktuellen CX40 ist, dass dieser vermutlich zu dünn bemessen ist... Die Clients verwenden Outlook 2016 und den Kerio Connector (glaube so war der Name) und es funktioniert auch alles bedenkenlos, mit einer Ausnahme... die Suchfunktion dauert extrem lange.

In dem Büro welches ich jetzt betreue, sind 6 Mitarbeiter. Jeder Mitarbeiter hat zwei fest hinterlegte Accounts, einmal sein persönliches Postfach und einmal das Service Postfach. Beide Postfächer sind via MAPI eingebunden, damit ausgehende E-Mails vom Service-Postfach auch im "Gesendet" von diesem Postfach landet und nicht im "Gesendet" von dem Mitarbeiter.

Wie gesagt, es klappt auch alles problemlos... der einzige Knackpunkt ist die Suchfunktion. Sucht man jetzt eine E-Mail (in allen Ordnern) von Herrn Müller mit dem man aus der vergangenen Woche geschrieben hat, kann es schon mal 1 - 2 Minuten dauern bis man die Ergebnisse hat.

Der Server im Büro hat einen Xeon mit 16 GB Ram und 2 x 1 TB HDD im RAID 1 (ein neuer Server wird versucht dort unter zu bringen) und eine Gigabit Anbindung im haus internen Netzwerk, während deren DSL Anschluss "nur" ein 100 Mbit Vectoring Anschluss ist. Laut den Anforderungen des Kerio sollte ja sogar der aktuelle CX40 ausreichend sein, aber irgendwo bremst es... gerade bei der Suche.

Daher der Ansatz, das System auf den haus internen Server oder vielleicht doch auf eine der beiden Hetzner-Lösungen zu schieben. Hier handelt es sich aber auch um ein Unternehmen wo auch der finanzielle Teil mitspielt. Das heißt die Aussage "hier ist ein Unternehmen, dass darf auch Geld kosten!" ist kein Argument und das ist meinem Kunden bewusst. Somit schaue ich gerade nach einer Lösung die beide Bereiche "Arbeiten damit macht Spaß" und "bricht uns bei den Kosten nicht das Genick" abdeckt.

Hat somit schon mal jemand mit den vServer / Cloud Lösungen Erfahrungen in Verbindung mit dem Kerio gesammelt, oder sollte man diesen doch lieber auf den internen Server packen, weil dieser am Gigabit Netzwerk hängt und der DSL Anschluss dazwischen kein Flaschenhals wäre?!

Gruß, Domi
 

Thunderbyte

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#2
Ich betreibe seit Jahren einen Kerio Connect Server mit mehr Nutzern / Postfächern als Du. Daher: frag! :) Dabei war dieser Server schon auf mehreren Hardware- und Betriebssystemkombinationen. Meine Erfahrung ist eigentlich, dass das Ding so ziemlich auf allem läuft, egal ob (RAM limitierte) VM mit Linux oder Windows Server ohne VM. Das waren bisher meine Kombinationen, natürlich ist auch alles dazwischen denkbar.

Insofern ist m.E. jede o.g. Kombination machbar, es bräuchte nicht mal einen dedizierten Server dafür. Insbesondere bei mehreren Postfächern tendiere ich dazu mehr Speicherplatz (als bei Dir 160GB) vorzusehen, da das eingebaute Backup ja mindestens ein komplettes, komprimiertes Set abspeichern können muss (außer man speichert direkt irgendwo anders hin, z.B. einen "hausinternen" NFS / SMB Share). Dinge, die den Betrieb beschleunigen sind ausreichend RAM (ab 2-4 GB) und SSDs dahingehend, dass dann Backups und Restores schneller sind. Im Betrieb sind SSDs m.E. kaum relevant. Mein Kerio Connect Server läuft daher auf einem (ausreichend großen) Raid 1 aus Festplatten.

Meine Vermutung ist, dass die Indizierung nicht aktiviert ist. Schau doch mal im Admin GUI unter Erweiterte Optionen - Datenverzeichnis - Volltextsuche, was da eingestellt bzw. ob das aktiviert ist. Hier sollte die Option aktiviert, ein Ordner ausgewählt und der Index "aktuell" sein. Wenn die Indizierung erst aktiviert wird, kann es eine geraume Weile dauern, bis sie durch ist.

Mein Kerio Server läuft aktuell auf einem Windows Server direkt auf der Hardware, ich werde ihn aber wohl auf meinen https://www.netcup.de/bestellen/produkt.php?produkt=2282 (das ist keine Produktwerbung, ich bekomme nichts von Netcup! Ich kenne lediglich keinen VServer mit der Kombination aus Features, insbesondere Massenspeicher, und Preis), den ich mir als das Sonderangebot aktuell war geholt habe, umziehen. Die CPU ist nahezu irrelevant, das RAM ist ausreichend, der Speicherplatz groß (s.o.) und optanebeschleunigt und der Preis unschlagbar. Ein Umzug (ich habe 2 hinter mir) ist sehr einfach: Full Backup machen (dauert lange), Mailserverdienste deaktivieren, Diff. Backup machen (dauert kurz), alles auf den anderen Server rüberschieben und währenddessen DNS Records ändern, Backup (egal ob gleiches OS oder anderes) MIT EINEM BEFEHL wiederherstellen, kleinere Einstellungen korrigieren, Live schalten. Fertig.
 

Domi

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#3
Moin und schon mal vielen Dank für dein ausführliches Feedback. Der Server von Netcup sieht echt gut aus, vielleicht sollte ich das mit meinem Kunden noch mal durch sprechen. Die haben zwar auch eine statische IP in ihrem Büro und der Reverse-DNS ist korrekt gesetzt, aber es passiert doch des öfteren dass eine Telekom IP auf einer der Blacklisten liegt und dann können die keine E-Mails raus schicken...

Ich habe eben mal in das Admin Panel vom Kerio hinein geschaut und musste feststellen, dass es sogar nur ein "vServer CX30" mit 4 GB Ram ist... allerdings weiß ich jetzt nicht, ob die Kiste eine 100 GB HDD im Host stecken hat, oder eine SSD... der von dir verlinkte Server (kein Problem, ich verstehe schon dass es keine Werbung ist) sieht echt bombastisch aus. Bei dem monatlichen Brutto-Preis kann man sogar mal bedenkenlos das System für eine Zeit testen um zu schauen ob es einem zusagt, oder eben nicht :)

Die Volltext-Suche ist aktiviert und liegt noch im default-Verezichnis '/opt/kerio/mailserver/store/fulltext', wobei ich halt dazu leider nicht sagen kann ob es sich hierbei um eine HDD oder SSD handelt, wobei du ja auch erwähnt hast dass das keine wirklich große Rolle spielt. Ich werde den Server im laufe des Abends mal buchen und den Kerio auf das System transferieren. Das gute wäre (wie du bereits sagtest) ich müsste nur noch den DNS Record auf die neue IP umstellen und alles kann beruhigt weiter gehen.

Nachtrag: Ha ha... Okay, dass Angebot von Netcup ist ja schon längst ausverkauft... aber Plan A war ja der Hetzner Server. Dann wird erst einmal so einer zum Testen mit etwas mehr Performance herhalten müssen, wenn das dann besser läuft, kann später auf ein interessanteres System aktualisiert werden :)
 

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Thunderbyte

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#4
Ich würde definitiv einen Server mit fester Rechenzentrums IP (Root oder VServer) als Mailserver verwenden, um nicht das übliche "DSL IP als SMTP Blacklist" Problem haben zu müssen und um keinen Smarthost zu benötigen. Die Backups können ja automatisiert per SSH nach lokal gezogen werden.

Leider ist der o.g. Netcup Server nicht "üblicherweise" buchbar (wann endlich!?!?!), aktuell ist er ausverkauft, siehe https://www.netcup-sonderangebote.de/ , es handelt sich um den "VPS 1000 G8 Plus" (nicht zu verwechseln mit dem standardmäßig verfügbaren "VPS 1000 G8", der leider nur 80GB (dafür dann reinen) SSD Speicher mitbringt ( https://www.netcup.de/vserver/vps.php#features ).
 

Domi

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#5
Ja, als ich den buchen wollte und mir das System nichts anzeigte, bin ich den normalen Weg dahin gegangen und habe mich erst gewundert warum die Festplatte so klein ist. Anschließend auf die Sonderangebote und da habe ich gesehen das er Ausverkauft (Verpasst) ist. Ich behalte einfach mal die Augen offen und schaue was passiert :)

Vielleicht ist ja das gesamte System von dem CX30 mit 4GB Ram und 100 GB Festplatte einfach unter-dimensioniert für einen kleinen Kerio. Laut den Requirements wären 2GB zwar das Minimum, aber scheinbar bremst doch etwas aus. Glücklicherweise ist ein Client aktiv, somit konnte ich mich via TeamViewer mal drauf schalten... ich habe im Outlook bei der Suchfunktion "Aktuelles Postfach" ausgewählt und mal nach E-Mails von mir selbst gesucht... hat grob 60 Sekunden gedauert, bis es mal eine Ausgabe gab.

Ob das nun schnell ist, kann ich nicht sagen... kommt ja auch auf die Anzahl der E-Mails im gesamten Postfach drauf an, aber schnell ist anders... würde ich mal behaupten.
 

Thunderbyte

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#6
Ich bin mir nicht sicher, ob bei Dir wirklich der Server das Problem ist. Normalerweise lädt doch ein normal konfiguriertes Postfach alle Mails lokal herunter. Insofern sucht dann OL m.E. nur lokal nach Mails. Bei einem Test mit Outlook mit Connector auf einer NVMe SSD mit 8 Kern CPU hat eine Suche rund 4-5 Sekunden gebraucht. Vielleicht ist ja auch der Client das Problem?

Wenn auf der Weboberfläche des Kerio Connect Mailservers bei Suche ("Alle Ordner") die Suche auch so lange benötigt (was ich mir bei erstelltem Index nicht vorstellen kann, bei mir sogar noch schneller als die OL Suche) läge die Vermutung nahe, dass der Client Schuld ist (CPU / Massenspeicher des Desktops / Laptops?). Hat der Client nur ne Festplatte?
 

Domi

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#7
Ach... das war zu einfach... Stimmt, habe mich mal in das Service Postfach (webmail) eingeloggt und geschaut was passiert. Habe meine Adresse gesucht und innerhalb von grob 2 - 4 Sekunden eine Liste an Treffer gezeigt bekommen. Danach habe ich im Outlook noch einmal die Suche gestartet und dann arbeitete Outlook vor sich hin.

Ist natürlich der Praktikanten PC der aktiv ist (Intel Core i3-2100 mit 4GB Ram) sowie einer 250GB SSD Festplatte, aber die "KoffBackend.exe" hat während des Suchvorgangs erst einmal den RAM schritt für schritt mehr belegt, bis der Suchvorgang fertig war. Allerdings war das Maximum knapp unter 1GB und dann war die Suche fertig.

Gibt es vielleicht Probleme mit Office 2013 / Outlook 2013 und dem Kerio die ich übersehen habe? Da über das Jahr hinweg der eine oder andere Client sowieso auf Windows 10 umgestellt werden soll, könnte man ja gleich mal ein Update auf Office 2016 oder 2019 vornehmen :)
 

Thunderbyte

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#8
Da würde ich draus schließen, dass der Server da nicht das Problem ist (und auch auf schwächerer Hardware mit Index noch laufen würde), ich würde vermuten, dass während einer Suche noch nichtmal Netzwerktraffic passiert. Die Kiste ist natürlich schon extrem schwachbrüstig, sowohl was die CPU als auch das RAM betrifft. Daher liegts m.E. daran.

Ich verwende (bei deutlich leistungsfähiger Hardware mit 32GB DDR4 Ram) Windows 10 mit Office 2019. Eine Suche hat, wie gesagt, 4-5 Sekunden gebraucht. Mir wäre nicht bekannt, dass mit Office 2013 da ein Problem bestünde, hatte das glaube ich vor der letzten Neuinstallation auch noch am Laufen. Beides (Windows 10 und neuere Officeversionen) sind m.E. immer ein Update wert, allerdings ist die Kiste einfach zu schwachbrüstig für bessere Performance.

Man kann übrigens auch nur im Posteingang suchen, dann sollte das auch schneller gehen, wenn das reicht. Ansonsten hängts natürlich auch noch an der Größe des Postfachs und der Zahl der Elemente.
 

Domi

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#9
Moin, ich habe mal die erweiterte Suche auf dem Praktikanten-System angeworfen, dann das gesamte Postfach (das größte) nach E-Mails "Von" mir durchsuchen lassen und innerhalb von ca. 5 Sekunden einen Haufen an Treffer bekommen. Parallel habe ich Office 2019 mal auf meinem alten Thinkpad installiert und mit dem großen Postfach verbunden, da ist mir dann eine Sache aufgefallen...

Verwendest du das 32 oder 64 Bit Office? Heutzutage sollte das keine große Rolle mehr spielen, aber vielleicht ist das noch ein Ansatz... Der Schnellsuche von Outlook sollte ich vielleicht mal beibringen, dass er den E-Mail Body nicht durchsuchen soll... dann könnte das auch schneller laufen :)

Was die anderen Systeme in dem Büro angeht, da es sich um reine Büro System (Word, Excel, im Internet was recherchieren) handelt, wäre alles über 8 GB Ram schon übertrieben für die :D Sonst sind alle Systeme mit SSDs ausgestattet... mehr fällt mir so aus dem Kopf nicht ein.
 

Thunderbyte

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#10
Ich verwende Office 2019 32 Bit, ist sinnvoller, weil es wohl mehr 32 Bit Plugins als 64 Bit gibt.

Jo, eben. Da hast Dus. Liegt an den Clients bei lokaler Suche.
 

Domi

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#11
Alles klar, schon mal vielen Dank für deine Hilfe, auch wenn es das Topic etwas verfehlt hat. Aber hierbei hast du mir schon mal sehr gut weiter geholfen :) Ich werde nun bei Netcup mal die Augen offen halten, vielleicht gibt es ja mal wieder so ein schickes Angebot und solange kann ich den Kerio noch auf dem CX30 von Hetzner bestehen lassen (es läuft ja) und bei den Clients werde ich mal ein aktuelles Office in der 32bit Version installieren, vielleicht läuft es dann auch etwas "flüssiger" mit der Suche oder den Addons :)

Gruß, Domi
 

Thunderbyte

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#12
Dein Problem lag / liegt ja auch woanders als zuerst vermutet. ;)
Ich denke ob Office 32 oder 64 Bit ist, macht nicht viel aus. Meine Devise war halt immer, dass Office 32 Bit "kompatibler" mit den Plugins ist.
Viel Erfolg mit dem Server!
 

Domi

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#13
Moin und vielen Danke :) Eine kleine Frage hätte ich da noch... Welche Version vom Kerio Connector setzt du bei dir ein?
- Kerio Outlook Connector (Offline Edition)
- Kerio Outlook Connector (without offline caching)

Ich habe mal mein Core i5 aus der 3000er Serie mit 8GB Ram am Wochenende zusammen gebaut (ist alte übrig gebliebene Hardware), Windows 10 sowie Office 2019 (32bit) installiert und dann den Kerio Outlook Connector. Dann hab ich mich mit dem Service Postfach vom Kerio Server verbunden und das Postfach komplett einlesen lassen. Suche gestartet und es dauerte grob 40 Sekunden bis auch an meinem System mal Treffer auftauchten.

Ich arbeite zu selten mit Outlook, denke aber mal das auch die Suche im E-Mail Body ein Problem sein dürfte. Im Thunderbird z.B. habe ich bemerkt, dass der "Schnellfilter" extrem langsam ist, wenn auch Nachrichteninhalte durchsucht werden und nicht nur Absender, Empfänger sowie der Betreff.
 

Thunderbyte

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#14
KOC Offline Edition. Ausschließlich. Oder eben Clients, die mit Active Sync arbeiten.

Hm. Übers Wochenende habe ich auch mal eine andere Suche bei meinem OL2019 Client gestartet und es hat auch länger gedauert. Unklar wieso. Es kann gut sein, dass Suchen, die den Body mit einschließen in der Tat länger dauern.

Andere (bessere?) Clients wie Airmail 3 unter macOS haben das Problem m.E. nicht.
 
#15
Nabend, da ich selbst bei mir den Thunderbird verwende und sobald ich in der "Schnellsuche" den Nachrichtentext mit einbeziehe, dauert das echt lange. Daher denke ich mal, dass ist es was Outlook so ausbremst. Habe aber aktuelle keine passende Option im Outlook gesehen, die das durchsuchen vom Nachrichtentext verhindert.

Aber dennoch hast du mir schon mal um einiges weiter geholfen und sollte ich eine passende Lösung finden, gebe ich ein Feedback.
 
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