[Diskussion] GoDaddy übernimmt Host Europe Group

Mr.AndersoN

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Scottsdale, AZ 85260 USA

Toll - jetzt muss ich mein HostedExchange-Postfach sowie meine JiffyBoxen von Domainfactory sowie meine Server bei HostEurope woanders unter bringen.
 

Thorsten

SSF Facilitymanagement
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Hallo!

Wieso das? Ziehen die Host Europe GmbH oder die Domainfactory GmbH ins Ausland? Oder gibt es einen neue Rechtsform?

mfG
Thorsten
 

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Man kann nur sagen - wieder vom nächst größeren Fisch gefressen worden. Hätte ich GoDaddy garnicht zugetraut. Der Hedgefonds der damals HEG für 600 Millionen gekauft hat freut sich auf jedenfall über eine satte Rendite :)
 

jeddix

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Wieso das? Ziehen die Host Europe GmbH oder die Domainfactory GmbH ins Ausland? Oder gibt es einen neue Rechtsform?
Unterschiede dürften erst Mitte 2017 klar werden.
Aber nun hat mit GoDaddy ein Hostingunternehmen die HEG gekauft. Vorher waren es PrivateEquityunternehmen, die die Braut durch Zukäufe aufgehübscht haben.

Wo GoDaddy die Integration anstrebt und wo Verkäufe anstehen, wird sich noch zeigen. Jiffybox könnte z.B. auf der Abschussliste stehen, weil die technischen Qualtiäten als VServer-Plattform nicht auf dem Papier klar sind. Da wird in USA in der Exceltabelle ein Strich durch gemacht (VServer haben wir selber schon. HE hat VServer. Wofür diese Jiffybox bei df noch?).

Bin gespannt, was in den nächsten Monaten an Alternativen zur Jiffybox hier die Runde macht. Bis jetzt kenne ich keine VServer-Angebote, die Stabilität, Features und Kontroll-Oberfläche zu diesem Preis vereinen. Eine vertikale Skalierung ohne Downtime wäre noch notwendig, um "Cloud" als Begriff zu rechtfertigen. Ansonsten aber seit Jahren extrem praxistauglich.

Falls GoDaddy die Resellerangebote internationalisieren will, dann dürfte df im Fokus der Integrationsbemühungen stehen. Vorerst bleibt nur abzuwarten, bis GoDaddy mitteilt, welche Rechenzentren verkauft werden sollen.

Die Kritik am US/UK-Besitz wird beim Hosting sehr oft thematisiert. Beim Besitz der Rechenzentren (Equinix -> USA) oder Provider (Kabeldeutschland -> UK; UnityMedia -> USA; Vodafone Mobil-> UK) ist es da oft stiller.
 

Orebor

He who dances with pointers
Die Kritik am US/UK-Besitz wird beim Hosting sehr oft thematisiert. Beim Besitz der Rechenzentren (Equinix -> USA) oder Provider (Kabeldeutschland -> UK; UnityMedia -> USA; Vodafone Mobil-> UK) ist es da oft stiller.
Mich persönlich wundert das nicht, da Hosting doch eher von weniger Personen (im Vergleich zur Gruppe der Internetnutzer) genutzt (im Sinne von: ich hoste meinen eigenen Content, auf gemietetem Webspace/Server) wird und diese sind - im Allgemeinen - wohl etwas versierter als der durchschnittliche, "einfache" Internetnutzer, der nur einen Internetanschluss haben möchte.

Im Allgemeinen wird man in dieser Gruppe auch mehr Bewusstsein für Datenschutz haben, sei es aus beruflichen Gründen oder weil man eben mitbekommt, wie viele persönliche Daten durch Hacks mittlerweile in Umlauf gekommen sind.
In den normalen Nachrichten wird das ja thematisch eher weniger behandelt und bleibt eher ein Nischenthema.

Zumindest wäre das meine persönliche Annahme, warum es sich so verhält.

Zum Thema an sich: ich finde, dass wir - gerade in Europa - teilweise sehr gute Hoster haben, bei denen man gutes Hosting für einen fairen Preis bekommt. Von daher sehe ich persönlich da eher sogar eine Chance für den Standort Europa, dass kleinere Hoster bald ein paar Kunden mehr haben.
 

Tolive

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Ich habe schon meine allgemeine Meinung bei mir veröffentlicht *hust*:
https://www.serverpedia.de/godaddy-uebernimmt-die-host-europe-group/


Möchte hier aber noch auf die Herkunft des neuen Anbieters eingehen. Ich denke nicht, dass GoDaddy, nur weil es ein US-Unternehmen ist, bereits jetzt verurteilt werden sollte. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der neue Eigentümer an einen Imageverlust interessiert ist. Es ist ja eben keine dieser "Heuschrenkenfirmen". Könnte mir einen solchen aber als Kollateralschaden vorstellen. Im Gegensatz zu HEG agiert GoDaddy hauptsächlich mit der eigenen Marke. Entsprechend könnte ich mir gut vorstellen, dass einzelne Tochtergesellschaften zusammengelegt werden.
 

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Wobei die aber noch weitere Firmen übernommen hatten, die ja dann integriert wurden.
Internet24, mesh, df,...
Logisch. Wie sollen die sonst die Planrenditen einhalten für die Fond Teilnehmer :) Jeder will ja 10 % Rendite auf sein Invest und 20 % Wachstum auf die Firma. Das schafft man ab einer gewissen Größe nur noch mit Zukäufen.

Möchte hier aber noch auf die Herkunft des neuen Anbieters eingehen. Ich denke nicht, dass GoDaddy, nur weil es ein US-Unternehmen ist, bereits jetzt verurteilt werden sollte. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der neue Eigentümer an einen Imageverlust interessiert ist. Es ist ja eben keine dieser "Heuschrenkenfirmen". Könnte mir einen solchen aber als Kollateralschaden vorstellen. Im Gegensatz zu HEG agiert GoDaddy hauptsächlich mit der eigenen Marke. Entsprechend könnte ich mir gut vorstellen, dass einzelne Tochtergesellschaften zusammengelegt werden.
Wie ist das jetzt denn eigentlich. Als alle Server nach Frankreich verschoben wurden gab es ja schon Datenschutzbedenken. Es hieß damals, naja wir sind in der EU und das Unternehmen ist ja ein Deutsches Unternehmen und unterliegt Deutschem Recht. Jetzt übernimmt ein US Unternehmen das Ganze Firmenkonstrukt :) Wie steht es hier jetzt um den Datenschutz?
 
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Tolive

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Wie ist das jetzt denn eigentlich. Als alle Server nach Frankreich verschoben wurden gab es ja schon Datenschutzbedenken. Es hieß damals, naja wir sind in der EU und das Unternehmen ist ja ein Deutsches Unternehmen und unterliegt Deutschem Recht. Jetzt übernimmt ein US Unternehmen das Ganze Firmenkonstrukt :) Wie steht es hier jetzt um den Datenschutz?
Das bzgl. deutschem Datenschutz in Frankreich halte ich nur bedingt für haltbar. Ein französischer Richter wird keinen Durchsuchungsbefehl verweigern weil der Server einer deutschen Firma gehört. Auch kannst du nicht erwarten, dass dir ein französisches RZ ein Verfahrensverzeichnis nach deutschem Rechts ausstellt. Von der französischen Vorratsdatenspeicherung fangen wir erst gar nicht an ...

Allerdings sollte das Ganze auch nicht schlechter gemacht werden, als es ist. Es gibt genügend Firmen die bei OVH und co. hosten.

Bzgl. GoDaddy sehe ich in der Hinsicht erst einmal keine Probleme. Die werden die Daten nicht in die USA verschiffen. Das würde, außer eventuell für die NSA ;), keinen Vorteil bringen. Auch darf eine deutsche Tochtergesellschaft ohne Einwilligung Kundendaten nicht an die Muttergesellschaft weiterleiten.
 

nexus

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Die werden die Daten nicht in die USA verschiffen. Das würde, außer eventuell für die NSA ;), keinen Vorteil bringen.
Im Geltungsbereich des Freedom Act (war übrigens vorher beim Patriot Act dasselbe) reicht eine richterliche Anordnung, um die Daten abgreifen zu können.

Auch darf eine deutsche Tochtergesellschaft ohne Einwilligung Kundendaten nicht an die Muttergesellschaft weiterleiten.
Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es doch eher so aus, daß die firmeninterne Infrastruktur vollständig vernetzt ist und so jederzeit Zugriff auf die Daten aller unter dem Dach der Muttergesellschaft geführten Unternehmen möglich ist.
 

jeddix

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Es gibt genügend Firmen die bei OVH und co. hosten.
Bzgl. GoDaddy sehe ich in der Hinsicht erst einmal keine Probleme. Die werden die Daten nicht in die USA verschiffen.
OVH wird 2017 ein Rechenzentrum in Deutschland eröffnen.

Daten im Rechenzentrum auf deutschem Boden erschwert Zugriffe durch Drittstaaten. Sofern Unternehmensteile in den Drittstaaten liegen, gibt es immer Druckmöglichkeiten. Das Amazon und Co. alle in Deutschland eigene Rechenzentren/.zonen anbieten, ist daher eher eine Beruhigungspille. Aber dürfte für das Neugeschäft ein wichtiger Punkt auf der Checkliste sein.

Bei GoDaddy wird das Ausmaß der Integration in die eigene Plattform der Haupttreiber für Kundenbewegung sein. Mitte 2017 wird sich der Nebel lichten. Vielleicht wird der Deal ja auch noch verboten.
 

Tolive

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Im Geltungsbereich des Freedom Act (war übrigens vorher beim Patriot Act dasselbe) reicht eine richterliche Anordnung, um die Daten abgreifen zu können.
Der bezieht sich jedoch auf US-Bürger.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es doch eher so aus, daß die firmeninterne Infrastruktur vollständig vernetzt ist und so jederzeit Zugriff auf die Daten aller unter dem Dach der Muttergesellschaft geführten Unternehmen möglich ist.
Bei welchem Unternehmen ist das so? Grundsätzlich können Konzerne das machen, wenn Sie sich das entsprechend vom Kunden genehmigen lassen. Die Telekom hat das zum Beispiel nahezu in all ihren Datenschutzbedingungen stehen. Ebenso lassen sich viele Unternehmen auch die Übermittlung an externe Dienstleister, etwa einem Call-Center, erlauben. Ohne Einwilligung ist es aber eben nicht erlaubt und Host Europa Deutschland, die df und co. werden auch nach der Übernahme noch deutsche Unternehmen sein, entsprechen von den deutschen Datenschutzbeauftragten belangt werden können.

Auch liegen die Kundendaten der deutschen Gesellschaften weiterhin in Deutschland. Auch bei df, bei denen anfangs alles nach Frankreich verlegt werden sollte, stand der Erhalt des Standorts Deutschland für die Kundendaten von Anfang an fest. Ich gehe davon aus, dass df keine Einwilligung für die Übermittlung der personenbezogenen Daten ins Ausland hat und bei einem Umzug diese hätte einholen müssen Inkl. dem daraus resultierenden Sonderkündigungsrecht.

Aber natürlich gibt es auch genügend Unternehmen, die Gesetze brechen. Wie vertrauenswürdig GoDaddy ist muss jeder selbst entscheiden.
 

IP-Projects.de

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Der bezieht sich jedoch auf US-Bürger.
Und damit auch US Unternehmen.

Wenn ich die NSA wäre, hätte ich auf so einen Deal doch nur gewartet. Endlich kommen wir ohne Umwege halbwegs legal direkt an Daten deutscher Kunden heran. Ich muss nur den GoDaddy Stecker in den HEG Stecker stecken und schon klappt das. Diese Abgrenzung von Tochterunternehmen eines großen Konzerns ist doch nur Augenwischerei, genauso wie das Installieren von Rechenzentren in Deutschland die aber von US Konzernen betrieben werden. Letztlich sind durch die Übernahme die Kunden jetzt am letzten Ende Kunde von GoDaddy und damit Kunde eines US Unternehmens.

Daten sind letztlich die neue Währung der USA und der Wert von Daten aus Europa ist nicht zu unterschätzen gerade aus Deutschland wo es noch halbwegs schwierig ist Daten ohne Politik Skandal abzugreifen. Gerade wenn man überlegt wie viele Unternehmen auch Kunden von HEG und deren Tochtergesellschaften sind ist der Wert dieser Informationen nicht zu verkennen.

Vielleicht alles sehr verschwörungstheoretisch aber wer den Snowden Film gesehen hat weiß, dass das alles nicht so weltfremd ist wie man manchmal denkt.
 

jeddix

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Kann man so sehen. Wäre es aber dann nicht auch ratsam, benutzte/defekte Serverfestplatten nicht an US-Unternehmen einschicken? Was die Firmware macht, kann man ja ebenfalls nicht einschätzen, oder?
https://serversupportforum.de/threads/wd-support-keine-servicewueste-deutschland.55318/
Kommt immer auf den Zustand und die Konstellation an. Eine Festplatte als Teil eines RAID 10 Verbundes die nachweislich größere Beschädigungen aufweist ist schwieriger zu verwerten wenn überhaupt verwertbar als ein direkter Zugriff auf Datenbanken und Server. Zudem werden die Festplatten wenn noch ansprechbar Low Level formatiert.
 

nexus

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Der bezieht sich jedoch auf US-Bürger.
Ich möchte dich ja nur ungern aus deiner rosaroten Traumwelt herausreißen, aber die Realität sieht doch deutlich anders aus.

Ein ziemlich aktuelles Beispiel dafür ist der Skandal um Yahoo und die dort praktizierte flächendeckende Überwachung des Mailverkehrs.
Da kann ein Geheimdienst mit einer "geheimen Anordnung" an einen Provider herantreten, dieser schreibt extra Scanprogramme, die auch noch ohne Wissen der Sicherheitsabteilung von Yahoo ins System implementiert werden und die dann die Mails ALLER Yahoo-Kunden durchleuchten.
Und mit Sicherheit sind nicht nur US-Bürger Mailkunden bei Yahoo...
 

greystone

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Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es doch eher so aus, daß die firmeninterne Infrastruktur vollständig vernetzt ist und so jederzeit Zugriff auf die Daten aller unter dem Dach der Muttergesellschaft geführten Unternehmen möglich ist.
Bei welchem Unternehmen ist das so?

Auch liegen die Kundendaten der deutschen Gesellschaften weiterhin in Deutschland. Auch bei df, bei denen anfangs alles nach Frankreich verlegt werden sollte, stand der Erhalt des Standorts Deutschland für die Kundendaten von Anfang an fest. Ich gehe davon aus, dass df keine Einwilligung für die Übermittlung der personenbezogenen Daten ins Ausland hat und bei einem Umzug diese hätte einholen müssen Inkl. dem daraus resultierenden Sonderkündigungsrecht.
Stimmt! In Deutschland passiert so etwas nicht!

http://www.golem.de/news/datenschutz-otto-verwirrt-mit-persoenlicher-hotline-ansprache-1611-124566.html
 

greystone

Member
Das hat sehr wohl etwas mit diesem Thema zu tun. Ein Firmengeflecht aus ständig wachsenden Firmen führt für einen Kunden zunehmend zu undurchschaubaren Strukturen - bezugnehmend auf die Aussage von Nexus, das Daten wahrscheinlich grundsätzlich dem Konzern als ganzes zur Verfügung stehen - wie im Artikel dargelegt:

(c) golem.de said:
Auch wenn kein Rechtsverstoß vorliegen sollte, lässt die Intransparenz im Unternehmensgeflecht des Konzerns für Kunden womöglich einen unguten Beigeschmack zurück. Ein Verbraucher, der nicht weiß, mit welchem Unternehmen er oder sie eigentlich gerade ein Geschäft gemacht hat, kann auch nur schwer mündig über die Verwendung seiner Daten entscheiden.
Das ganze durch entsprechende Klauseln in allen AGBs aller Tochtergesellschaften grundsätzlich zu legitimieren ist wohl eher kein Problem.
 
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IP-Projects.de

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Das hat sehr wohl etwas mit diesem Thema zu tun. Ein Firmengeflecht aus ständig wachsenden Firmen führt für einen Kunden zunehmend zu undurchschaubaren Strukturen - bezugnehmend auf die Aussage von Nexus, das Daten grundsätzlich dem Konzern als ganzes zur Verfügung stehen - wie im Artikel dargelegt:
Im Kern geht es doch darum, dass Daten in die USA geliefert werden. Dass deutsche Firmen wilde Firmenkonstrukte bauen ist doch allgemein bekannt. Siehe die unzähligen Tochterfirmen von O2 - ehemals E Plus oder der Telekom :)
 

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