Anfänge von Microsoft Word

peppercat

Registered User
Hallo Leute ,

ich hoffe, irgendjemand von Euch kann mir weiterhelfen. ich benötige dringends Informationen über die Anfänge von Microsoft Word. Nicht so sehr technische Einzelheiten, viel mehr die geschichtliche Schiene. Kann mir jemand darüber ein paar Sätze erzählen oder gegebenenfalls nützliche Links nennen ?


:) Danke im Voraus

Pepper
 

djrick

Registered User
Den ersten Kontakt mit Word hatte ich mit "Word 5" unter DOS, vielleicht können sich noch einige dran erinnern...und ich muss sagen, würde DOS noch implementiert sein, dann würde ich heute noch lieber Word5 anstatt Microsoft Word XP nutzen...
 

peppercat

Registered User
:)

Weißt Du noch ,wie das angefangen hat mit Word ?
Die ersten Versionen ? Und stammen sie überhaupt von Bill oder hat er sie wieder irgendwo "billig" eingekauft und ein wenig verbessert wie bei DOS?

:D

Gruß Pepper
 

Huschi

Moderator
Staff member
Word war (soweit ich weiß) tatsächlich eine MS-Eigene Entwicklung. Zur der Zeit hatte ja MS bereits eine eigenen Entwicklungsabteilung... ;)
Ich weiß nicht ob es jemals ein Word 1 für DOS gab, aber ich habe mit Word 3 angefangen. Das besondere damals war die Menüführung, die man per ESC-Taste erreichte. Es waren die untersten 1 bis 2 Zeilen des Bildschirms, die waagerecht mit allen möglichen Menüpunkten ausgestattet waren. Gesteuert wurde das Menü mit den recht- & links-Cursortasten, Return um es zu aktivieren/zum Untermenü zu kommen und ESC um wieder den Text zu bearbeiten.
Die selbe Menüart fand man auch im Programm "Multiplan", welches seit der ersten Windowsversion 'Excel' heißt.
Das besonder an dem Menü war eigendlich, daß alle bisherigen Schreibprogramme kein Menü hatten, sondern alles über Tastenkombinationen steuerten. Damals war noch 'Wordstar' das beliebteste/verbreiteste Textprogramm. Deren Tastenkombinationen sind z.B. in Turbo-Pascal/-C (bis BP7) enthalten oder unter Unix noch im Editor 'joe' zu finden.

Word 3 oder 4 konnte bereits verschiedene Schriftgrößen und druckte nicht mehr im Textmodus sondern im Grafikmodus der damaligen Nadeldrucker. Dies machte den Ausdruck zwar deutlich langsamer aber auch hochgradig schöner.

Word 5 war wieder eine Revolution in der Menüstruktur. Hier wurde fast erstmals aufklappbare Menüs in der oberen Zeile eingeblendet. Es ist dennoch keine Erfindung von MS, denn diese Art kannte man bereits vom den grafischen Betriebssystemen wie Amiga, Atari oder Mac.
Was Word 5 wirklich ausgemacht und den waren Durchbruch hervorgerufen hat war die grafische Druckvorschau.

Word 5.5 folgte schnell und behob vorallem eine Menge Bugs. Sowas wie ein 'Update' per Internet oder ähnliches gab es damals noch nicht.

Fast Gleichzeitig hatte Windows 3 seinen Durchbruch und so wurde recht schnell ein 'Word 1 für Windows' produziert. Eher um das Image aufzubügel oder die Funktionen vom neuen Windows zu demonstrieren. Fast im Jahresrythmus kam dann eine neue Word für Windows. Seit Version 2 war dann auch schon OLE im Spiel, mit dem Objekte eingebettet werden konnten. Bei mir damals sehr beliebt (Mathe & Physik LK) war der Formeleditor, der allerdings von MS eingekauft war.

Nach Version 2 für Windows gab es den Versionsspruch auf 6. Warum? Ganz einfach: "Word 6 für DOS" und "Word 6 für Windows" (Windows bereits in Version 3.1) kamen gleichzeitig auf den Markt.
Ich weiß aber nicht mehr was damals so besonderes an der DOS-Version war. Aber es sollte ja auch die letzte DOS-Version bleiben.

Danach kam zu Windows 95 auch Word 95 (bzw. Office 95 mit eingekaufter Datenbank 'Access') raus. Ab hier gab es auch Service-Packs und Updates. Es wurden plötzlich a- und b-Versionen gesichtet und die Oberfläche war international einstellbar.

Passend zu Windows 98 kam 1998 tatsächlich auch Office 98 auf den Markt danach im Jahr 1999 Office 2000 und kurz darauf Office XP.

Zusätzlich gab es zwischendurch 'Word 1.1a for OS/2' und Word 4, 5 und 6 für Mac, die etwa jeweils Zeitgleich mit der DOS Version erschienen sind.


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Ich hoffe, daß hilft Dir. Mehr weiß ich leider nicht. Ich könnte höchstens noch in meinem Diskettenarchiv nachsehen, ob ich noch eine lauffähige Word für DOS Backup-Disk habe...

huschi.
 

peppercat

Registered User
:)

Vielen Dank Huschi !


Damit hast du mir ein gutes Stück weitergeholfen. Es ist unheimlich schwer, etwas über die Anfänge von diesem verflixten Programm zu finden. Hast du noch Alternativen zu Word ?

Weißt du auch noch was über WordStar und WordPerfect ?


MfG
Pepper
 

Huschi

Moderator
Staff member
WordStar ist ein sehr altes Produkt. Ich kenne es noch von meiner ersten CP/M Maschine. Es gab z.B. Versionen für die Schneider CPC und auch für Commodore-Computer, die beliebtesten 'Homecomputer' in den 80ern. Ursprünglich war es - glaub ich - eine Ableitung vom ersten Editor, der den Cursor frei bewegen konnte (so wie wir es heute kennen und erwarten) im Gegensatz zu den damaligen 'Zeileneditoren', die man erst per Commando in den Edit-Modus setzten musste und eben nur eine Zeile bearbeiten konnte (so wie der heutige vi nur nicht ganz so exclusiv... ;) ). Dieser revolutionäre Editor hieß damals nad (oder ned?) und war eben vom Gründer von MircoPros geschrieben.
MicroPros hatte kurze Zeit später mit Wordstar den Durchbruch.

WordPerfect entstammt irgendeiner kleinen Firma, wurde von Borland (bekannt Turbo Pascal, Turbo C, etc.) aufgekauft und später an Novell verkauft. Novell hat das Packet inzwischen an die eingekaufte Firma Corel verkauft, die es bis heute versucht an den Mann/Frau zu kriegen.

Beide haben aber zwei Gemeinsamkeiten:
a) die selbe Tastatursteuerung
b) beide Herrsteller haben die Portierung auf Windows 3 verschlafen und damit MS-Word das Feld überlassen.

Und MS-Word hat übrigends seine Gegner scharf angegriffen:
Bei MS-Word ließ sich schon sehr früh das Tastatur-Layout ändern und war daher auch für Umsteiger interessant.

An weiteren Programmen aus dem DOS-Zeitalter fällt mir nur noch 'Brief' ein. Ein reiner Texteditor mit vielen Features die vorallem für Programmierer interessant waren. Aber mit der Einführung von Turbo Pascal und der IDE (=integrated Developer Environment) wurder er Überflüssig. Allerdings ist sein Andenken bis heute bewahrt: Nochimmer kann man in gewissen IDEs (z.B. Borland JBuilder & Visual C++) das Tastatur-Layout auf 'Brief' einstellen.

Zu Windows-3-Zeiten gab es noch ein weiteres verbreitetes Text-Programm: AmiPro. Es wurde in Deutschland vorallem dadurch populär, weil es von Vobis (den größten - und lange Zeit einzigen - Computerdiscounter) den Computer beigelegt wurde.

Zu MS-Word nochmal:
Ich hab in meinem 80er-Jahren Computer Lexikon nachgesehen:
"Die erste Version wurde 1983 von Richard Brodie für IBM programmiert." Aber IBM war damals fast 'verheiratet' mit Microsoft.
Und mir ist noch eingefallen, daß Word für DOS der erste Editor war, der Kursiv und Fett direkt am Bildschirm anzeigen konnte und damit auch den Grundstein für WYSIWYG (what you see is what you get) -Editoren gelegt hat.
Und seit dem Office 97 beherschen alle MS-Office-Programme eine einheitliche Macro-/Scriptsprache: VBA (Visual Basic for Applications). Die Macrosprache von Word war aber schon viel früher soweit ausgereift und dem Basic nachempfunden.
Allgemein kann man wahrscheinlich auch noch die Macro-Programmierung in Applicationen auf eine der ersten Word-Versionen zurück führen. Aber das ist jetzt reine Spekulation!

Heutige Alternative:
Eigendlich nur Star-/OpenOffice. StarOffice entstammt der ehemaligen Hamburger Softwareschmiede 'StarDivision'. Leider verstand dort niemand ordendlich die Werbetrommel zu rühren. Bevor StarDivision den Bach runterging, wollte man der Menschheit was gutes hinterlassen und gab den Source frei, woraus sich das OpenOffice-Projekt entwickelte. Als es dann den Sturzbach hinunter ging, kaufte SUN die Reste von StarDivision und damit auch das eigendliche geistlich Eigentum an StarOffice. Welche Gründe letztendlich zu der heutigen Sittuation führten, weiß ich nicht. Es gab jedenfalls eine lange Diskussion zwischen SUN und dem OpenOffice-Projekt. Ergebniss: OpenOffice wird weiterhin als freies Projekt entwickelt und vertrieben. SUN programmiert eigene Tool und Ergänzungen die es dann zusammen mit einem entsprechendem Support unter dem Namen StarOffice kommerziell vermarktet. Unterschiede zeigen sich vorallem in den Beigaben (StarOffice kommt auf einer DVD mit hunderten von Vorlagen, Beispielen und freien Grafiken) und der Rechtschreibprüfung. Hier funktioniert vorallem in europäischen Sprachen StarOffice deutlich besser.

huschi.
 

Huschi

Moderator
Staff member
Den Vorteil von Star-/OpenOffice sei noch nachgereicht:
Es gibt unendlich viele Portierungen auf andere Betriebsysteme und Plattformen. Darunter: Unix, Linux, Mac & Windows auf Intel-, Alpha-, 68000er-, PowerPC- und Sparc-Prozessoren.


So, jetzt hab ich, glaub ich, fast Deinen ganzen Aufsatz geschrieben, oder?
Verrat mir dann wenigstens, welche Note Du bekommen hast, ok? ;)

huschi.
 
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